Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen
Foto: Guido BröerEin Drittel der 29.230 Windenergieanlagen, die sich Ende 2025 in Deutschland drehten, ist bereits älter als 20 Jahre. Bis 2035 werden tausende Windenergieanlagen das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreichen. Für sie wird sich die Frage des Rückbaus stellen. Das wirft ökologische, ökonomische und regulatorische Fragen auf. Die Fachagentur Wind und Solar benennt und beantwortet diese in einem neuen Hintergrundpapier zum Thema „Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen“. Das Dokument beleuchtet den Status quo, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die technologischen Entwicklungen.
Recycling von Windenergieanlagen steht noch am Anfang
„Noch steht das Recycling von Windenergieanlagen am Anfang einer industriellen Entwicklung“, erklärt Antje Wagenknecht, Geschäftsführerin der Fachagentur Wind und Solar. „Doch mit jeder Windenergieanlage, die ihr Lebensende erreicht, wächst der Druck: Es ist notwendig, Sekundärmärkte für recycelte Materialien aufzubauen, standardisierte Materialpässe einzuführen und klare Vorgaben zum Rückbau und Recycling zu etablieren.“
Der Rückbau einer Windenergieanlage ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der weit über die reine Demontage hinausgeht. Es beginnt mit der sicheren Stilllegung, geht über die Trennung der Materialien, deren sachgerechte Behandlung bis schließlich zur Rückführung in Verwertungs- und Entsorgungssysteme. Das Hintergrundpapier beschreibt diesen Prozeaas. Es erklärt, wie Windenergieanlagen zurückgebaut werden und welche gesetzlichen Vorgaben gelten.
Recycling von Rotorblättern
Die größte Herausforderung im Recycling stellen derzeit die Rotorblätter dar. Während beim Rückbau bislang ausschließlich Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) anfallen, werden ab den 2030er-Jahren auch Rotorblätter mit kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) dem Recycling zugeführt. Ab 2033 ist mit einem deutlichen Anstieg der zu verwertenden Faserverbundkunststoffe zu rechnen, insbesondere der Anteil an CFK wird dann spürbar steigen.
Für das Recycling von CFK steht mit der Pyrolyse bereits ein großtechnisch erprobtes Recycling-Verfahren zur Verfügung. Es ermöglicht, Fasern und Harze zurückzugewinnen. Auch GFK lassen sich mittels Pyrolyse recyceln. Dabei ist der ökonomische Nutzen der Rückgewinnung derzeit begrenzt – auch, weil neue Glasfasern günstiger herstellbar sind als recycelte. „Der Rückbau einer Windenergieanlage ist nicht das Ende des Lebenszyklus, sondern der Beginn eines neuen“, so Wagenknecht. „Nur wenn neben dem Ausbau auch der Rückbau und das Recycling konsequent umweltfreundlich und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden, kann die Windenergie ihr volles Potenzial als nachhaltige Energiequelle entfalten.“
Hintergrundpapier zu Rückbau und Recycling im Internet
Das Hintergrundpapier steht ab sofort auf der Website der Fachagentur Wind und Solar e. V. zum Download bereit.
Die Fachagentur Wind und Solar ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitglieder sind Bund, Länder, die kommunalen Spitzenverbände, Wirtschafts- und Naturschutzverbände sowie Unternehmen.
Quelle: Fachagentur Wind und Solar | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH