LEE NRW fordert umfassende Speicher-Strategie für die Energiewende

Speicher-Strategie: 3D-Rendering einer Gruppe von Energiespeichersystemen oder Batteriecontainer-Einheiten mit Null-Emissionen.Foto: Phonlamaiphoto / stock.adobe.com
LEE NRW fordert eine umfassende Speicher-Strategie, um Netzausbaukosten zu senken und die Energiewende effizient voranzubringen.
Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW drängt auf eine zügige und koordinierte Speicher-Strategie. Nach Ansicht des Verbands ist sie entscheidend für ein kosteneffizientes und stabiles Energiesystem.

Speicher-Strategie als Schlüssel für geringere Netzkosten

Geschäftsführer Christian Vossler forderte die Landesregierung auf einer Fachtagung der Gigawattpakt-Initiative in Jülich zu einem klaren politischen Signal auf. „In den Speicher-Technologien steckt in Kombination mit den Erneuerbaren Energien ein riesiges Potenzial“, sagte Vossler. Speicher könnten Netzausbaukosten senken, volatile Strompreise an den Börsen glätten und den Einsatz fossiler Kraftwerke für Redispatch-Maßnahmen deutlich reduzieren.

Technologieoffenheit bei der Speicher-Strategie gefordert

Aus Sicht des LEE NRW darf sich die Speicher-Strategie jedoch nicht auf große Batteriespeicher beschränken. Vossler plädierte für echte Technologieoffenheit. „Neben den Batteriespeichern muss die Landesregierung einen Fokus sowohl auf Wärmespeicher legen als auch auf grünen Wasserstoff als langfristige Speichermöglichkeit“, sagte er.

Speichertechnologien seien eine zentrale Säule der Energiewende. Trotz zunehmender Ankündigungen zu Großbatterien stehe die breite gewerbliche Nutzung von Speichern in Deutschland noch am Anfang. Für die kommenden Jahre sei daher ein deutlicher Ausbau der Speicherkapazitäten notwendig.

Bundesnetzagentur erwartet stark steigenden Speicherbedarf

Der LEE NRW verweist auf Prognosen der Bundesnetzagentur. Demnach soll sich das potenzielle Speichervolumen bis zum Ende dieses Jahrzehnts vervierfachen und bis 2045 nochmals verdoppeln. Vossler bezeichnete diese Ziele als ambitioniert, aber erreichbar. Voraussetzung sei ein koordiniertes Vorgehen von Politik, Energiewirtschaft, Netzbetreibern und Industrie. Auch das Bundeswirtschaftsministerium sieht der Verband in der Pflicht, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Netzanschluss und Genehmigungen beschleunigen

Kritik äußerte der LEE NRW an der bisherigen Praxis beim Netzanschluss großer Batteriespeicher. Statt „Windhundprinzip“ müsse es eine klare Priorisierung nach transparenten Kriterien geben. In Nordrhein-Westfalen sollten sich Netzbetreiber an den ausgewiesenen Regionalflächen für die Windenergie orientieren.

Zusätzlich fordert der Verband schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie. Speicher müssten künftig stärker systemdienlich eingesetzt werden können, also der Versorgungssicherheit des Gesamtsystems dienen. Der Windsektor zeige, dass beschleunigte Verfahren möglich seien.

Speicher auch für Unternehmen zunehmend relevant

Auch für die Flexibilisierung der Wirtschaft misst der LEE NRW der Speicher-Strategie große Bedeutung bei. Speicher könnten helfen, industrielle Prozesse besser an die schwankende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien anzupassen. „Die Unternehmen sollten den Einsatz von Speichern daher schnell prüfen, um Kosten zu sparen“, so Vossler.

Quelle: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V. | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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