Metergrid will Mieterstrom weiter digitalisieren und skalieren
Foto: MetergridDie Energiewende in deutschen Städten entscheide sich dort, wo die Mehrheit der Menschen lebt: im Mehrparteienhaus, erklärt Metergrid. Rund 44 Millionen Menschen in Deutschland leben in Mehrparteienhäusern. Doch ausgerechnet dort bleibe das Potenzial lokal erzeugter erneuerbarer Energie etwa als Mieterstrom bislang weitgehend unerschlossen.
Das Stuttgarter Energy-Tech-Startup Mtergrid will dieses aus seiner Sicht strukturelle Versagen beenden. Unterstützung erhält es jetzt durch eine überzeichnete inanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen Euro. Beteiligt ist daran der auf Energiethemen spezialisierte Investor SET Ventures sowie die die Bestandsinvestoren Hager, LBBW Venture Capital, Mätch VC und mehrere Business Angels.
Vom Mieterstrom-Anbieter zur zentralen Plattform des Mehrparteienhauses
Ziel von Metergrid ist es, Gebäude jeder Größe und jeder Eigentümerstruktur einfach, wirtschaftlich und skalierbar in die Energiewende einzubinden. Mit dem Risikokapital will sich Metergrid von der spezialisierten Mieterstrom-Lösung zum “Energie-Ökosystem für Mehrparteienhäuser” entwickeln. Im Kern entsteht ein eine Plattform, die Services, Software und Abrechnung kombiniert. Metergrid verbindet lokal auf dem Gebäudedach erzeugte Solarenergie, ergänzende Stromlieferung aus dem Netz, Abrechnung und operative Steuerung. Gleichzeitig soll die Plattform die Grundlage schaffen, um auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen und zukünftige Hardware-Komponenten nahtlos zu integrieren.
„Ohne Lösungen für das Mehrparteienhaus bleibt die Energiewende ein Versprechen für wenige – wir ändern das“, sagt Johannes Mewes, Co-Founder und Geschäftsführer von Metergrid, der zuvor die Mobilitätsplattform Free Nowmitgegründet und skaliert hat. Er überträgt diese Plattformlogik nun auf den Gebäudesektor: „Wir machen Energieversorgung im Mehrparteienhaus erstmals automatisiert, wirtschaftlich und massentauglich. Unser Ansatz verbindet Software, Services und operative Umsetzung und befähigt Gebäude, selbst Teil des Energiesystems zu sein.“
Investoren-Setup für die nächste Wachstumsphase
Mit SET Ventures gewinnt Metergrid einen europäischen Energytech-VC als Lead-Investor. Der 2007 in Amsterdam gegründete Fonds zählt zu den erfahrenen Investoren für digitale Lösungen für ein klimaneutrales Energiesystem. Aktuell investiert SET Ventures aus einem 200-Millionen-Euro-Fonds. Till Stenzel, Partner bei SET Ventures, sieht bei Metergrid eine “ganzheitliche, voll-digitalisierte Lösung”, mit der sich der Markt der Mehrparteienhäuser erschließen lasse. “Wir sehen hier das Potenzial für eine Plattform mit europäischer Relevanz“, Stenzel.
Metergrid betreibt und digitalisiert bislang mehrere Tausend Mieterstromprojekte in Deutschland und konnten die Zahl der versorgten Bewohner:innen mit lokal erzeugtem Solarstrom von etwa 10.000 im letzten Jahr auf nun über 53.000 steigern. Damit entwickelt sich Mieterstrom aus Sicht des Unternehmens vom Nischenprodukt zum skalierbaren Infrastrukturbaustein der urbanen Energiewende.
Quelle: Metergrid | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH