Sungrow baut in Polen erste Produktionsstätte in Europa

Im Bild der Sitz von Sungrow, das Unternehmen zeigt auf der Intersolar 2025 neue Batteriespeicher und Photovoltaik-Wechselrichter fürs Gewerbe.Foto: Sungrow
Die chinesische Sungrow, einer der weltweit größten Hersteller von Wechselrichtern und Energiespeichersystemen (ESS), errichtet in Wałbrzych im Süden Polens ihre erste Produktionsstätte in Europa.

Die geplante Fabrik erstreckt sich über 65.400 Quadratmeter. Sungrow will rund 230 Millionen Euro investieren. Die Sungrow-Fabrik in Polen soll innerhalb der kommenden zwölf Monate in Betrieb gehen. Perspektivisch sollen rund 400 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen, insbesondere für Fachkräfte im Bereich der erneuerbaren Energien.

„Das neue Werk markiert einen wichtigen Meilenstein für Sungrow in Europa“, sagt Shawn Shi, Präsident von Sungrow Europe. „Es bringt uns näher an unsere Kunden und ermöglicht uns, schneller und gezielter auf Marktanforderungen zu reagieren. Gleichzeitig trägt die Anlage dazu bei, europäische Lieferketten zu stabilisieren und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.“

In Polen europäische Wertschöpfung stärken

Sungrow richtet die Produktionsstätte auf Serienfertigung in großer Stückzahl aus. Geplant ist eine jährliche Kapazität von bis zu 20 Gigawatt für Wechselrichter sowie 12,5 Gigawattstunden für Energiespeichersysteme. Das Unternehmen setzt dabei nach eigenen Angaben auf moderne Fertigungs- und Qualitätssicherungsprozesse.

Auch für die Region gilt das Projekt als ein Meilenstein. Marcin Lerner, Präsident des Vorstands der Sonderwirtschaftszone Wałbrzych, erklärt: „Wir arbeiten seit Jahren daran, ein attraktives Umfeld für nationale und internationale Unternehmen zu schaffen. Die Investition von Sungrow zeigt, dass Polen innerhalb der europäischen Wertschöpfungskette für saubere Energie an Bedeutung gewinnt.“

Neben der lokalen Produktion will Sungrow mit dem neuen Werk auch seine Logistik in Europa verbessern. Das Unternehmen verlagert damit zentrale Fertigungsschritte näher an seine Kunden, will dadurch Lieferzeiten verkürzen und Vertriebsprozesse effizienter gestalten. Insgesamt soll dies nach eigener Einschätzung die Widerstandsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich sauberer Energie erhöhen.

Die Region blicke auf eine lange industrielle Tradition zurück, insbesondere in den Bereichen Elektronik, Automatisierung und moderne Fertigung, ergänzt Shawn Shi. „Das macht die Region zu einem idealen Standort für unser neues Werk. Wir wollen gezielt vor Ort einstellen und gemeinsam mit den Gemeinden wachsen, in denen wir tätig sind.“

Sungrow seit zwei Dekaden in Europa aktiv

Sungrow ist seit 2005 in Europa aktiv und agiert dort seit 2011 als eigenständige juristische Einheit. Heute unterhält das Unternehmen 25 lokale Niederlassungen, betreibt zwei Forschungs- und Entwicklungszentren sowie 26 Lagerstandorte und bietet Schulungs-, Technologie- und Servicezentren in der Region an. Der europäische Hauptsitz befindet sich in München.

Zu den jüngsten Referenzprojekten zählen unter anderem das derzeit größte Batteriespeicherprojekt auf dem europäischen Festland in Belgien mit einer Kapazität von 800 Megawattstunden (MWh), das Bramley-ESS-Projekt in Großbritannien mit 330 MWh, das nördlichste Photovoltaikprojekt Finnlands mit 70 MW sowie die größte Solardachanlage Skandinaviens in Schweden mit 14 MW. Hinzu kommt ein Hybridprojekt mit 70 MW Leistung in der Türkei. Bis Dezember 2024 hat Sungrow weltweit 740 GW an leistungselektronischen Wechselrichtern installiert. Das Unternehmen bezeichnet sich als größter Hersteller von PV-Wechselrichtern und verweist dabei auf S&P Global Commodity Insights als Quelle.

Quelle: Sungrow | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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