Sonnen: virtuelles Kraftwerk “battery only” Vorbild für Deutschland

Im Bild ein Haus mit PV-Anlage, dass mit den Nachbarn vernetzt ist, Sonnen betreibt virtuelles Kraftwerk in Texas.Grafik: Sonnen GmbH
Am virtuellen Kraftwerk von Sonnen können Haushalte in den USA nur mit einer Batterie teilnehmen. Auch für Deutschland ist das eine Option.
Sonnen erweitert sein Angebot, Teil eines virtuellen Kraftwerkes zu sein, auf Kunden ohne eigene PV-Anlage. Was bisher nur für die USA gilt, könnte auch in Deutschland Wirklichkeit werden.

Der deutsche Batteriespeicheranbieter Sonnen erweitert sein bestehendes virtuelles Kraftwerk in den Vereinigten Staaten um Haushalte, die dafür statt einer Photovoltaikanlage lediglich eine Batterie einsetzen. Wie das Unternehmen aus Wilpoldsried mitteilte, könnte das auch als Beispiel für Deutschland dienen.

Durch das Angebot sei Sonnen in der Lage, sein virtuelles Kraftwerk im US-Bundesstaat Texas bis Jahresende um bis zu 10.000 zusätzliche Kunden auszubauen und dem Stromnetz damit 600 Megawattstunden (MWh) flexible Kapazität bereitzustellen. Das „Battery-Only“-Modell ermögliche es auch Haushalten ohne eigene Photovoltaikanlage, Teil des virtuellen Kraftwerks zu werden. Anfang 2025 sei Sonnen gemeinsam mit Partnern in den texanischen Markt eingetreten. Seither sei das virtuelle Kraftwerk dort auf 3.000 Kunden angewachsen.

Finanzierung über Flexibilität

Das „Battery-Only“-Modell stelle Haushalten eine sonnenBatterie mit 60 Kilowattstunden (kWh) Kapazität zur Verfügung, ohne dass eigene Investitionskosten anfielen. Der Speicher diene zugleich als Backup und gewährleiste bei Stromausfällen eine sichere Energieversorgung. Dafür zahlten die Kundinnen und Kunden eine monatliche Gebühr von 20 US-Dollar sowie einen festen Strompreis von 12 Cent pro Kilowattstunde, der unter dem durchschnittlichen Strompreis in dem Bundesstaat liegt. Im Gegenzug binde Sonnen die Speicher in sein virtuelles Kraftwerk ein, erbringe damit Netzdienstleistungen und betreibe Energiehandel, über den sich das Angebot refinanziere.

„Flexibilität wird zur wertvollsten Ressource unserer Energiesysteme. Das zeigt sich besonders in einem Markt wie Texas: Steigender Verbrauch und immer mehr Erneuerbare Energien treffen auf begrenzte Kapazitäten der Stromnetze. Was hier passiert, ist ein Vorgeschmack darauf, was die Energiesysteme weltweit erwartet“, sagt Oliver Koch, CEO von Sonnen, einer Tochter der Shell-Gruppe. Das neue Modell sei auch eine Option für deutsche Energielösungen, so Koch.

Datenzentren treiben Verbrauch

Der Stromverbrauch in Texas steige ferner deutlich an. Gründe seien starker Zuzug sowie der Bau zahlreicher neuer Datenzentren, vor allem für KI-Anwendungen. Parallel dazu wachse der Anteil von Wind- und Solarenergie. Diese lieferten zwar viel günstigen Strom, aber nicht konstant – ihre Einspeisung schwanke wetterbedingt. Steigende Nachfrage bei zugleich ungleichmäßiger Verfügbarkeit sei ein typischer Mechanismus für höhere Strompreise. 

Hinzu komme eine besondere strukturelle Situation: Der texanische Energiemarkt sei weitgehend vom restlichen US-Stromnetz abgekoppelt. Bei Stromengpässen könne Texas daher kaum Strom aus anderen Bundesstaaten importieren oder Überschüsse abgeben. Dadurch entstehen hohe Preisschwankungen und es kann häufiger zu Stromausfällen kommen. 

Die vernetzten sonnenBatterien könnten hier Abhilfe schaffen, indem sie wie ein Spitzenlastkraftwerk agierten. Sie können Energie speichern oder ins Netz einspeisen und so Verbrauch und Nachfrage in Einklang bringen. Das stabilisiert die Stromnetze und bietet den Haushalten sowohl Versorgungssicherheit als auch günstige Energiekosten. Damit übernehmen Haushalte Aufgaben, die bisher konventionelle Kraftwerke erledigten, etwa Lastverschiebung bei hoher Solar- und Windeinspeisung, Bereitstellung von Regelenergie sowie Unterstützung der Netzfrequenz und Engpassmanagement.

Quelle: Sonnen | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen