Forschung: Druckluftspeicher effizienter machen

Das Team der Hochschule Koblenz, das ein neues Verfahren für Druckluftspeicher-Kraftwerke entwickelt hat.Foto: Hochschule Koblenz / Martin Lisek
Prof. Dr. Willi Nieratschker, Diana Nett, Prof. Dr. Karl Stoffel (Präsident der Hochschule Koblenz), Christian Braasch, Bernard Lohmanns, Hans-Peter Müller und Prof. Dr. Marc Nadler präsentieren das Europäische Patent für das neue Kompressionsverfahren (vlnr).
Ein Team der Hochschule Koblenz hat ein Europäisches Patent für die Druckluftspeicher-Technologie erhalten. Das neuartige Verfahren soll die Kompression und die Expansion von Gasen deutlich effizienter machen.

Die Forschungsgruppe Energietechnik der Hochschule Koblenz hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, das die Effizienz von Kompressoren und Druckluftspeicher-Kraftwerken steigern kann. Das Team um Marc Nadler und Willi Nieratschker hat für dieses Verfahren nun ein europäisches Patent erhalten. Es soll die Kompression und die Expansion von Gasen deutlich effizienter machen und dafür sorgen, dass Druckluftspeicher so effizient arbeiten können wie Pumpspeicherkraftwerke.

Druckluftspeicherkraftwerke gelten als besonders ressourcenschonende Stromspeicherlösung, da sie ohne seltene Erden oder Lithium auskommen, auf bewährte Standardkomponenten setzen und gut skalierbar sind. „Mit unserem Verfahren bieten Druckluftspeicherkraftwerke ein bisher unterschätztes Stromspeicherpotenzial als Alternative zu Batteriespeicher-Systemen unter ausschließlicher Verwendung von Standardkomponenten“, sagt Willi Nieratschker, Professor im Fachbereich Ingenieurwesen.

Effizienzsteigerung von Kompressoren für Druckluftspeicher nachgewiesen

Mithilfe von zwei Prüfständen konnte das Team die technische Machbarkeit des Verfahrens nachweisen und weiter optimieren. Somit konnten die Forscher:innen Wirkungsgradsteigerungen gegenüber dem aktuellen Stand der Technik nachweisen. Es besteht laut Marc Nadler die Hoffnung, „dass dieses Potential bald auch kommerziell nutzbar wird.“

Um das Innovations- und Anwendungspotenzial weiter auszubauen, plant die Forschungsgruppe zusätzliche Prüfstandsuntersuchungen mit erweiterten Druckbereichen. Parallel sucht es derzeit Anschlussfinanzierungen sowie industrielle und institutionelle Partner für die nächsten Entwicklungsschritte. Der Anwendungsbereich des patentierten Verfahrens geht weit über die reine Druckluftspeicherung hinaus. Damit lassen sich auch andere technische Gase wie etwa Wasserstoff energiesparend und sicher auf hohe Drücke verdichten. Die Carl-Zeiss-Stiftung hat das Forschungsprojekts gefördert.

Quelle: Hochschule Koblenz | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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