Preise für Photovoltaik-Module im Februar 2026 ziehen deutlich an

Eine Kurve zeigt nach oben mit PV-Modul und Geldmünzen, die Preise für Solarmodule im Februar 2026 sind deutlich angestiegen.Grafik: alarts / stock.adobe.com
Im Februar sind die Solarmodulpreise schneller als erwartet angestiegen. Der Anstieg seit dem Tiefpunkt im Dezember des vergangenen Jahres beträgt bereits 15 bis 18 Prozent, ein Ende der Preisspirale ist noch nicht absehbar.

Die Preise für Solarmodule sind im Februar 2026 weiter angestiegen. Das geht aus dem Photovoltaik-Modulpreisindex hervor, den der Solarserver in Zusammenarbeit mit der Handelsplattform pvXchange präsentiert. „Die Typen für kleinere Dachanlagen verteuerten sich dabei stärker als Projektmodule. Damit liegen beinahe alle Preispunkte bereits wieder über dem Niveau von Januar 2025“, sagt pvXchange-Geschäftsführer Martin Schachinger. Der heftige Preisanstieg könne nur der gemeinschaftliche Versuch der Hersteller sein, die Modulpreise gewaltsam in einen Bereich zu drücken, innerhalb dessen sie wieder gutes Geld verdienen können, schreibt Schachinger in seinem folgenden Gastkommentar.

Modulpreise steigen schneller als erwartet

Noch stärker, als ich das im letzten Monat bereits prognostiziert hatte, zeigt sich im Februar der Preisanstieg über alle Technologieklassen hinweg. Fast alle Solarmodul-Preise kletterten nochmals um etwa 1 bis 1,5 Eurocent pro Wattpeak nach oben. Die Typen für kleinere Dachanlagen verteuerten sich dabei stärker als Projektmodule. Damit liegen beinahe alle Preispunkte bereits wieder über dem Niveau von Januar 2025. Der Anstieg seit dem Tiefpunkt im Dezember letzten Jahres beträgt bereits 15 bis 18 Prozent, ein Ende der Preisspirale ist aber noch nicht absehbar.

Mit Veränderungen bei den Rohmaterialpreisen oder dem Wegfall der Exportvergünstigungen in China haben diese Preissteigerungen aber nichts zu tun. Im Gegenteil – die Waferpreise sind im letzten Monat wieder gefallen und auch der Silberpreis ist auf dem Weg der Normalisierung. Der heftige Preisanstieg kann also nur der gemeinschaftliche Versuch der Hersteller sein, die Modulpreise gewaltsam in einen Bereich zu drücken, innerhalb dessen sie wieder gutes Geld verdienen können. Dabei gehen die verschiedenen Produzenten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vor – manche erhöhen ihre Preise noch sehr zögerlich, andere schlagen gleich 20 bis 30 Prozent drauf.

Wer stärker von Projektgeschäft abhängig ist, traut sich noch nicht, allzu große Preissprünge zu machen. Das ist auch vernünftig – zu fragil ist das Zusammenspiel zwischen Komponentenkosten und Wirtschaftlichkeit, in Konsequenz dann Realisierungswahrscheinlichkeit. Im Kleinanlagengeschäft wirkt sich eine Solarmodul-Preiserhöhung nicht ganz so dramatisch aus. Sie geht nur zulasten der Handelsmarge des Installateurs, die teilweise noch immer üppig ausfällt. Dennoch ist es ein gewagter Schritt der Produzenten. Die Marktsituation ist nicht gerade rosig und ein weiteres Einbrechen der Nachfrage steht auf dem Spiel.

Hiobsbotschaften aus der Politik treffen Photovoltaik-Branche

Fast täglich werden wir mit neuen Hiobsbotschaften aus der Politik konfrontiert, den vorrangigen Ausbau der Erneuerbaren betreffend. Nicht nur Präsident Trump vollführt eine Vollbremsung mit dem Klimaschutz in den USA, indem er die Gefährdung der Gesundheit durch den CO2-Anstieg anzweifelt, auch in Deutschland ist ein Kahlschlag zu befürchten. Die ersten Informationen über die Inhalte des sogenannten Netzpaketes der Bundesregierung haben zu einem Aufschrei innerhalb der Branche und Umweltverbänden geführt. Dass diese angedrohte, katastrophale Verschlechterung der Bedingungen bei uns und auf der anderen Seite des Ozeans in allen Punkten durchgesetzt werden kann, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Die Erneuerbare-Energien-Branche muss sich erst wieder sammeln und von den Schocks erholen, hatte sie doch schon geglaubt, den Kampf gegen die alte Energiewirtschaft gewonnen, Politik und Öffentlichkeit überzeugt zu haben. Nun heißt es aber wieder, sich in Verbänden zu organisieren, sinnvolle Gegenvorschläge zu machen – sie notfalls einzuklagen – und Protestaktionen zu veranstalten. Erst kürzlich wurde ein Rotorblatt einer ausgemusterten Windkraftanlage zusammen mit einem Berg defekter Solarmodule vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) abgeladen. Begleitet wurde die Lieferung mit der Forderung am Ministerin Katherina Reiche, die Energiewende nicht zu verschrotten.

Der Erfolg der Energiewende steht wieder einmal auf dem Spiel – nur mit vereinten Kräften können wir das Ruder herumreißen. Im Vertrauen auf den Rechtsstaat und die Vernunft bin ich aber zuversichtlich, dass uns das abermals gelingen wird. Viele Bewegungen und Technologien haben sich in der Vergangenheit schon durchgesetzt, obwohl staatliche Regulierung versuchte, sie einzuschränken oder zu verhindern. Zeigen wir, dass uns dies bei den regenerativen Energien ebenfalls gelingt und bringen wir die Platten auf die Gebäude und Felder, als ob es (k)ein Morgen geben würde. Intelligente Energiespeicher- und Vehicle-to-Grid-Projekte runden das ganze Bild ab – viele kleine Teile ergeben auch ein großes Ganzes!

Quelle: pvXchange | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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