Startup Better Sol: Second-Life für das Solarmodul

Ein Mann in Arbeitskleidung hält ein Solarmodul in einem Photovoltaik-Solarpark in Händen, viele in Solarparks ausgemusterte PV-Module sind Second-Life fähig.Foto: littlewolf1989 / stock.adobe.com
Der Großteil der ausgemusterten Photovoltaik-Module stammt aus Solarparks.
Jedes zweite gebrauchte Solarmodul ist für eine erneute Nutzung geeignet. Das Braunschweiger Startup Better Sol nutzt ein KI-basiertes Testsystem, um eine detaillierte Leistungsprognose zu erstellen und die elektrische Sicherheit ausgemusterter PV-Module zu überprüfen.

Das Braunschweiger Startup Better Sol hat ein Verfahren zur Rettung gebrauchter, aber noch leistungsfähiger Solarmodule entwickelt. Das soll deren Abfallmenge reduzieren und eine vorzeitige Entsorgung verhindern Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Startup mit rund 125.000 Euro im Rahmen der Green-Startup-Förderung unterstützt.

Die Qualität gebrauchter Photovoltaik-Module bestimmt das Team von Better Sol mit einem in Teilen automatisierten Testsystem inklusive einer selbst entwickelten Software auf Basis künstlicher Intelligenz (KI). „Wir führen zunächst eine mehrstufige optische Prüfung durch“, sagt Better-Sol-Mitgründerin Luisa Schulze. Dabei werden sowohl grobe Beschädigungen als auch jede Solarzelle einzeln untersucht. Im Anschluss folgt eine Leistungsüberprüfung. „Es geht um die Frage, wie viel Watt das Produkt noch im Vergleich zur ursprünglichen Leistung liefert“, so Schulze. Auch die elektrische Sicherheit werde eingehend geprüft.

„All diese Daten führt unsere Software automatisiert zu einer detaillierten Leistungsprognose zusammen“, sagt Schulze. Jedes funktionstüchtige Solarpanel erhalte ein Label mit den Testdaten und einer zugewiesenen Leistungsklasse, erst dann werde der Rest endgültig zum Recycling aussortiert. „Außerdem gibt es für jedes Modul ein umfangreiches Prüfprotokoll. Wir halten die Qualitätsbestimmung so transparent wie möglich, damit alle Kundinnen und Kunden die für sie optimale Solarpaneele wählen können“, so Schulze. Nur mit diesen einfach nachvollziehbaren Qualitätsmerkmalen nehme der Markt die gebrauchten Solarmodule an.

Jedes zweite ausgemusterte Solarmodul Second-Life tauglich

Der Großteil ausgemusterter Solarmodule stammt laut Schulze von Photovoltaik-Solarparks. „Wenn private Betreiberinnen und Betreiber sich Solarpaneele auf ihr Haus bauen, haben die Module normalerweise eine lange Nutzungsdauer“, so Schulze. Doch bei großen Solarparks sei die Situation anders. Die Better Sol-Mitgründerin erklärt: „Die Betreiber tauschen häufig größere Mengen an Solarmodulen recht früh in ihrem Lebenszyklus durch neuere, leistungsstärkere Modelle aus.“ Die Folge: Eine höhere Menge erneuerbarer Energien, aber auch die Aussortierung vieler Photovoltaik-Module trotz jahre- oder jahrzehntelanger Restnutzungsdauer. „Im Schnitt ist jedes zweite gebrauchte Solarmodul noch für eine erneute Nutzung geeignet. Mehr grüner Strom und weniger Abfälle sind also gleichzeitig möglich“, so Schulze. Better Sol wolle verhindern, dass diese wertvollen Rohstoffe und noch funktionierende Technik auf dem Müll landen.

Solarpanel dort testen, wo es ausgemustert wird

Im Gegensatz zur Herkunft der gebrauchten Solarmodule ist ihre Zielgruppe deutlich diverser. Schulze: „Hochwertige, gebrauchte Photovoltaik-Anlagen sind oft interessant für Privathaushalte oder die Dächer größerer Fabrikhallen.“ Der Vertrieb erfolge direkt über die Internetseite von Better Sol. Dort sind auch Balkonkraftwerk-Sets erhältlich. Ein nächster Schritt in der Entwicklung: Das Startup plant eine mobile Version der Testanlage, „um die Solarmodule dort zu testen, wo sie ausgemustert werden“, so Schulze. Mit einer zusätzlichen Automatisierung des Testsystems will das Unternehmen künftig auch größere Ausmusterungen von PV-Modulen in Solarparks bewältigen.

Mit der Green-Startup-Förderung unterstützt die DBU Gründerinnen und Gründer, die auf innovative und wirtschaftlich tragfähige Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln.

Quelle: DBU | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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