Heizungsmodernisierung: Schwacher Markt bremst CO₂-Einsparung im Gebäudesektor
Foto: Tomasz Zajda / stock.adobe.comHeizungsmodernisierung steigert CO₂-Einsparung – aber zu langsam
Die Heizungsmodernisierung hat im Jahr 2025 laut einer Studie von Frontier Economics rund 2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Damit steigt die jährliche Einsparung gegenüber 2024 (1,5 Millionen Tonnen) deutlich an. Trotz dieses Fortschritts bleibt das Niveau zu niedrig. Der Absatz moderner Heiztechnik befinde sich auf einem 15-Jahres-Tief, so BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Die Modernisierungsrate sei insgesamt zu niedrig, ein deutlicher Schub notwendig, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.
Wärmepumpen treiben CO₂-Einsparung im Wärmesektor
Wärmepumpen leisten derzeit den größten Beitrag zur CO₂-Reduktion im Wärmesektor. Sie werden im Rahmen des Klimaschutzgesetzes mit einem Emissionsfaktor von null bilanziert.
Gleichzeitig schrumpft der Gesamtmarkt für Heiztechnik weiter. 2025 wurden nur noch rund 627.000 Wärmeerzeuger verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr. Diese Entwicklung bremst die Klimawirkung der Heizungsmodernisierung. Denn weniger neue Anlagen bedeuten weniger Austausch ineffizienter Altgeräte.
Großer Modernisierungsbedarf im Heizungsbestand
Der Modernisierungsbedarf bleibt demnach hoch. Rund 10 Millionen Heizungen in Deutschland entsprechen nicht dem Stand der Technik. Etwa 4 Millionen Anlagen sind älter als 30 Jahre.
Jede Modernisierung senkt den Energieverbrauch und damit die Emissionen. Zusätzliche Einsparungen entstehen, wenn erneuerbare Energien eingebunden werden. Dazu zählen etwa Umweltwärme oder hybride Systeme mit Solarthermie. Diese Kombinationen erhöhen die Effizienz und reduzieren den fossilen Energieeinsatz weiter.
Politische Rahmenbedingungen entscheiden über Marktentwicklung
Mit Blick auf die politische Regulierung fordert die Branche Planungssicherheit. Entscheidend ist die geplante Novelle des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG), die zum 1. Juli 2026 in Kraft treten soll. Ohne neue Regelung greift automatisch die bestehende Gesetzeslage. In größeren Kommunen würde dann die Vorgabe gelten, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben.
Auch die Förderung spielt eine zentrale Rolle. Die bis 2029 zugesagte Finanzierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gilt als wichtiges Signal für Investitionen.
Datenbasis: Marktanalyse mit hoher Abdeckung
Die Studie basiert auf Absatzzahlen von Wärmeerzeugern, die der BDH jährlich erhebt. Mit einer Marktabdeckung von über 90 Prozent gelten die Daten als belastbar. Die Berechnungen berücksichtigen unter anderem Energiebedarf, Wirkungsgrade und Emissionsfaktoren. Daraus werden die CO₂-Einsparungen durch den Austausch alter Heizungen modelliert. Die Untersuchung knüpft an eine bestehende Studienreihe an und ergänzt diese um aktuelle Marktdaten.
Fazit: Mehr Tempo bei Heizungsmodernisierung notwendig
Die Heizungsmodernisierung zeigt Wirkung, bleibt aber hinter ihrem Potenzial zurück. Der rückläufige Absatz moderner Heiztechnik bremst die Emissionsminderung im Gebäudesektor. Für die Energiewende im Wärmemarkt sind stabile Förderbedingungen und klare gesetzliche Vorgaben entscheidend. Ohne einen deutlichen Modernisierungsschub dürfte der Sektor seine Klimaziele weiter verfehlen.
Quelle: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH