BWP-Branchenstudie 2026: Erwartungen an Wärmepumpen-Markt gedämpft

Ein Balkendiagramm zeigt die Prognose vom Bundesverband Wärmepumpe für den Wärmepumpenmarkt bis 2035 im Vergleich zum Gesamtmarkt für Wärmeerzeuger.Grafik: BWP Branchenstudie 2026
Im ambitionierten Szenario könnte die Wärmepumpe bereits in wenigen Jahren zum dominierenden Wärmeerzeuger werden und Gas- und Ölkessel nahezu vollständig verdrängen. Angesichts der Pläne der Bundesregierung zum GMG befürchtet der BWP aber ein deutlich weniger starkes Wachstum der Branche.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat in seiner Branchenstudie 2026 untersucht, wie sich der Wärmepumpen-Markt entwickeln wird. Das von der Regierung geplante neue Gebäudemodernisierungsgesetz könnte dazu führen, dass die Potenziale der Wärmepumpen ungenutzt bleiben.

Nach der Veröffentlichung der Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) durch die Koalition hat der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) seine neue Branchenstudie 2026 vorgelegt. Demnach rechnet der Verband mit 330.000 Wärmepumpen in diesem Jahr und auch für die kommenden Jahre mit Wachstumsraten von rund 10 Prozent. Das Interesse von Hauseigentümern an Wärmepumpen ist laut BWP groß. Die zu erwartende Nachfrage bleibe aber hinter den eigentlichen Potenzialen zurück, da die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz für erhebliche Unsicherheit am Heizungsmarkt sorge. Umso wichtiger sei daher die unveränderte Fortsetzung der Heizungsförderung.

„Das Heizen mit Gas und Öl verbinden immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit hohen finanziellen Risiken. Der Krieg im Nahen Osten macht deutlich, wie dringend sich Deutschland von seinen fossilen Importabhängigkeiten lösen muss“, sagtt Norbert Ruths, Mitglied im Vorstand des BWP und Handwerksmeister aus Langenlonsheim. „Für viele ist die Wärmepumpe die erste Antwort darauf.“

Heizungsförderung entscheidend für stabilen Wärmepumpen-Markt

Anlässlich der neu vorliegenden Branchenstudie des BWP betont Geschäftsführer Martin Sabel die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung der Wärmepumpe: „Für eine ganze Wertschöpfungskette ist die Wärmepumpe zum wichtigsten Produkt geworden. Es geht um zukunftssichere Arbeitsplätze für 100.000 Beschäftigte. Die Wärmewende wird von heimischer Heizungsindustrie und lokalen Akteuren aus Handwerk und Energieversorgung umgesetzt.“

Deshalb sei es wichtig, dass die Koalition die auskömmliche Finanzierung der Heizungsförderung bis mindestens 2029 beschlossen habe. „Jeder Fördereuro löst das Vierfache an Investitionen in die Gebäudemodernisierung aus“, sagt Sabel unter Verweis auf den jüngsten Evaluierungsbericht zur BEG-Förderung. „Fünfeinhalb Milliarden Euro Förderung für neue Heizungen stehen deshalb vier Milliarden Euro an Steuereinnahmen für die öffentlichen Haushalte gegenüber. Besser kann die Regierung nicht in Energieunabhängigkeit, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz investieren.“ In den aktuellen BEG-Zahlen ist die Förderung für die Wärmepumpe auf einem stabilen Niveau.

GMG: Neue Modernisierungswelle nicht zu erwarten

Mit Blick auf das angekündigte Gebäudemodernisierungsgesetz stellt Handwerksmeister Ruths Verunsicherung bei Hauseigentümern fest. „Unsere Kunden stellen uns viele Fragen, die sich frühestens mit Abschluss der Gesetzgebung beantworten lassen, etwa zu den Vorgaben für die Nutzung CO2-armer Energieträger in neuen Gas- und Ölheizungen. Es ist schwer zu verstehen, warum das Gebäudemodernisierungsgesetz trotz der weltpolitischen Ereignisse die Installation neuer Öl- und Gasheizungen wieder freistellt. Eine neue Modernisierungswelle im Gebäudesektor lässt sich so nicht erwarten“, sagt Ruths.

Die Marktprognosen der Branchenstudie beruhen auf zwei Szenarien: Ein Business-as-Usual-Szenario beschreibt, wie das neue Gebäudemodernisierungsgesetz zu neuen Unsicherheiten am Heizungsmarkt führt. Dabei wird deutlich, dass kurzfristig vor allem eine stabile Heizungsförderung Orientierung geben muss. Ein ambitioniertes Zielszenario macht hingegen deutlich, dass die Wärmepumpe ihre tatsächlichen Wachstumspotenziale vor allem nach einer klaren Ausrichtung der Energiepreise entfalten würde und damit auch der Heizungsmarkt insgesamt wieder in Schwung käme.

„Von einem fairen Wettbewerb zwischen der Wärmepumpe und den fossilen Alternativen kann angesichts der hohen staatlichen Abgabenbelastung auf Strom derzeit keine Rede sein. Statt endlich die Absenkung der Stromsteuer umzusetzen, wird sogar wieder häufiger der CO2-Preis in Frage gestellt“, sagt Sabel. „Wir brauchen mehr Klarheit im neuen Ordnungsrecht, Kontinuität in der Förderung und Entlastungen beim Strompreis.“

Die BWP-Branchenstudie 2026 zum Wärmepumpen-Markt ist unter diesem Link zu finden.

Quelle: BWP | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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