Start-up Hyca Heat: Klimafreundliche Prozesswärme für die Industrie
Grafik: Forschungszentrum Jülich / Adobe Stock Das aus dem Forschungszentrum Jülich ausgegründete Start-up Hyca Heat will einen neuen, hybriden und klimafreundlichen Weg zeigen, um Prozesswärme bereitzustellen. Als ersten Schritt plant das Unternehmen den Aufbau einer Anlage, die als Demonstrator in der regionalen Papierindustrie zum Einsatz kommen soll.
Die Hyca-Heat-Anlage bietet erstmals zwei Wege, um Prozesswärme – in diesem ersten Fall die Wärme für die Papiertrocknung – bereitzustellen. Die auf speziell beschichteten Heizdrähten basierende Anlage kann die Wärme wahlweise über das elektrische Erhitzen der Drähte bereitstellen. Dann funktioniert die Anlage im Prinzip wie ein großer Föhn. Oder sie nutzt die sogenannte katalytische Verbrennung. Dabei reagiert das Brenngas an der katalytischen Beschichtung der Drähte mit Sauerstoff und verbrennt ohne Flamme.
Die katalytische Verbrennung ist schadstoffärmer, weil sie im Vergleich zur Flamme gänzlich ohne Stickstoff-Emissionen abläuft. Kommt ein klimafreundlich gewonnenes Brenngas wie grüner Wasserstoff zum Einsatz, dann ist der Prozess CO2-neutral. Das gilt auch für den Einsatz von grünem Strom bei der elektrischen Erhitzung.
Mehr Flexibilität für den Verbraucher
„Damit wollen wir den Kunden auf dem Weg in Richtung einer klimafreundlichen Prozesswärme maximale Flexibilität und Versorgungssicherheit bei minimalen Kosten bieten“, sagt Chemieingenieur Simon Hahn, einer der drei Hyca Heat-Gründer, der sich schon während seiner Promotion am Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) am Forschungszentrum Jülich mit dem Thema Prozesswärme beschäftigt hat. Flexibel ist die Technologie, weil der Anwender zwischen zwei Formen der Wärmegewinnung wählen kann. Eine eigens entwickelte Software hilft, die aktuell günstige Energieform zu nutzen. Zuerst wird das häufig der Wechsel zwischen Strom und Erdgas sein. Ein Wechsel auf grünen Wasserstoff ist jederzeit ohne Umrüstung möglich.
Klimafreundliche Prozesswärme bietet breites Temperaturspektrum
Der von Hyca Heat abgedeckte Temperaturbereich erstreckt sich von rund 30 bis zu 1000 Grad Celsius. Damit kommen Anwendungen beispielsweise von der Lebensmittel- und Textilindustrie über Papier und große Chemieanlagen bis hin zur Metallverarbeitung infrage. Neben dem Potenzial, die klimawirksamen Emissionen deutlich zu reduzieren, bietet die Hyca-Heat-Technologie einen weiteren Vorteil. Der Anwender kann das gewünschte Temperaturniveau gezielt ansteuern, was bei der Verbrennung mit Flamme nicht möglich ist.
Das Gründerteam von Hyca Heat, dem neben Simon Hahn auch der Physikingenieur und Softwareentwickler Richard Büssow sowie der Management- und Marketing-Experte Henning Hatje angehört, plant zeitnah den Aufbau eines Kernteams. Gesucht werden Ingenieure für die Bereiche Software-Entwicklung und Verfahrenstechnik. Für das erste große Projekt, einer Demonstrationsanlage in der Papierindustrie steht die grobe Planung bereits. Die Feinplanung folgt.
Hyca Heat ist am Stand des Forschungszentrums Jülich auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April in Halle 11, Stand B22 vertreten.
Quelle: Hyca Heat | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH