Große Batteriespeicher von Sungrow: Schwarzstart in unter 20 Sekunden

Die 30-MW-Großsimulationplattform für große Batteriespeicher von Sungrow für Extremtestszenarien und netzbildende Funktionen.Foto: Sungrow
Sungrow hat eine 30-MW-Großsimulationplattform aufgebaut und reale Extremtestszenarien getestet.
Die netzbildenden Funktionen großer Batteriespeicher von Sungrow sind nun vom TÜV Rheinland zertifiziert worden. In einem vollständigen Blackout-Test stellte das netzbildende System innerhalb von 19 Sekunden die Systemspannung wieder her und startete die gesamte Anlage neu.

Der TÜV Rheinland hat die netzbildenden Funktionen großer Batteriespeicher (EES) von Sungrow zertifiziert. Die Zertifizierung umfasste 14 Szenarien über 138 Stunden, erfüllt internationale Standards und bestätigt einen zuverlässigen Betrieb aller Komponenten unter komplexen Netzbedingungen.

„Basierend auf zwei Jahrzehnten Erfahrung mit netzbildender Technologie und einem grundlegenden Verständnis der Stabilität von Energiesystemen hat Sungrow eine 30-MW-Großsimulationplattform aufgebaut und reale Extremtestszenarien getestet“, sagt Henry Liu, General Manager des Microgrid and Grid Solutions Center bei Sungrow. „Diese Ergebnisse belegen unsere netzbildenden Fähigkeiten und markieren einen entscheidenden Schritt hin zur großflächigen Einführung dieser Technologien.“

Mit steigender Nachfrage nach netzbildenden Technologien wird laut Sungrow eine unabhängige Zertifizierung im umfassenden Maßstab immer wichtiger. Der Test umfasste eine 30-MW-Netzsimulationsplattform, Regelungstechnik für reale Kurzschlussleistung sowie fortschrittliche Lichtbogenfehler-Testgeräte zur Nachbildung komplexer, extremer Netzbedingungen. Der Test orientierte sich an Netzanforderungen in den wichtigsten Märkten, darunter Europa, Australien und China. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

1. Schwarzstart nach Blackout: Schnelle Systemwiederherstellung

In einem vollständigen Blackout-Test hat man die gesamte externe Stromversorgung vom Standort getrennt. Während dieses Tests stellte Sungrows netzbildendes System innerhalb von 19 Sekunden die Systemspannung wieder her und startete die gesamte Anlage neu. Lasten und Infrastruktur kann das System externe Unterstützung wiederherstellen. Diese Fähigkeit ermöglicht einen Schwarzstart im GW-Maßstab und erhöht die Wiederherstellungsgeschwindigkeit erheblich – auch wenn so gut wie kein Strom fließt.

2. Verhalten bei Kurzschluss: Zuverlässige Fehlerunterstützung

Ein Kurzschlusstest mit realen Lichtbogenfehlern simulierte schwere Fehlerbedingungen. Unter identischen Szenarien blieb das System verbunden und lieferte kontinuierlich Fehlerstrom, während konventionelle Systeme dazu neigen, sich zu trennen. Die Reaktionszeit lag bei 10 ms und der Test zeigte laut Sungrow eine starke Fehlertoleranz des Systems.

3. Inertia-Reaktion: Höhere Frequenzstabilität

Im Vergleich zu konventionellen netzfolgenden Systemen, die unter einer Inertia- oder Trägheits-Störung an Stabilität verlieren können, hielt Sungrows Lösung den Betrieb kontinuierlich aufrecht und stellte die Frequenzstabilität innerhalb von Millisekunden wieder her. Der Test zeigte laut Hersteller einen stabilen Betrieb bei plötzlichen Störungen sowie eine starke Systemrobustheit auch bei einem schwachen Netz.

Zusätzlich zu den oben genannten Tests wurden elf weitere Tests – wie Umschaltung zwischen Netz-und Inselbetrieb, Lastumschaltung und Oszillationsdämpfung – ebenfalls erfolgreich abgeschlossen.

ESS-Portfolio schließt NB-Bewertung gemäß EU-Batterieverordnung ab

Parallel hat der TÜV Rheinland für Sungrows vollständiges ESS-Portfolio die NB-Bewertung gemäß der aktuellen EU-Batterieverordnung (EU 2023/1542) zertifiziert. Damit ist es eigenen Angaben zufolge das erste Unternehmen weltweit, das die NB-Bewertung über die Segmente Großanlagen, Gewerbe und Industrie (C&I) und ESS für den privaten Gebrauch abgeschlossen hat. Die Bewertung umfasste Anforderungen wie Sicherheitsstandards, Kennzeichnungs- und Markierungspflichten, Beschränkungen für gefährliche Stoffe, Leistung und Haltbarkeit sowie Batterie-Management-Parameter wie State of Health (SOH) und Lebensdauer.

Das Fraunhofer ISE hat Testverfahren für netzbildende Wechselrichter entwickelt. Ein Zentralwechselrichter von SMA als netzbildender Batterie-Wechselrichter zertifiziert.

Quelle: Sungrow | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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