AGR-Gütesiegel für ergonomische Solarmodule
Foto: AGR / DMEGC SolarDie Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) hat erstmals Photovoltaik-Module nach ergonomischen Kriterien geprüft und mit dem AGR-Gütesiegel für besondere Rückenfreundlichkeit ausgezeichnet. Mit den modernen Solarmodulen steigen die physischen Anforderungen an Monteurinnen und Monteure auf Dächern und Freiflächen: Größere PV-Module, höhere Lasten und lange Ausfallzeiten aufgrund von Rückenbeschwerden machen Ergonomie auf der Baustelle laut AGR immer bedeutender.
Denn die Installation von Photovoltaik-Anlagen ist ein Knochenjob: Typische Solarmodule wiegen zwischen 25 und 30 Kilogramm, wodurch das Handling auf dem Dach meist zwei Fachkräfte erfordert. Durch die sperrigen Formate und das Arbeiten in der Dachschräge oder mit ausgestreckten Armen entstehen hohe kumulative Belastungen. Faktoren wie Windlasten und beengte Platzverhältnisse erhöhen das gesundheitliche Risiko zusätzlich.
Analysen zeigen: In der Bau- und Handwerksbranche sind Rückenprobleme an der Tagesordnung. Laut der Fehlzeitenanalyse 2024 der Innungskrankenkasse IKK classic werden im Handwerk knapp 31 Prozent der krankheitsbedingten Fehlzeiten durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht. Erkrankungen der Lendenwirbelsäule belegten laut dem Jahresbericht 2024 der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) Platz drei der häufigsten gemeldeten Verdachtsfälle für Berufskrankheiten in der Baubranche.
Ergonomische Solarmodule haben geringere Hebelwirkung
Die Aktion Gesunder Rücken e. V. hat nun erstmals Kriterien festgelegt, die Photovoltaik-Module erfüllen sollten, um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen: Ein reduziertes Eigengewicht senkt die körperliche Belastung beim Heben und Tragen, kompakte Abmessungen sorgen für eine sichere Führung durch geringere Hebelwirkung und eine geeignete Transportverpackung ermöglicht eine einfache Entnahme. Solarmodule, die diese Kriterien erfüllen, lassen sich unter geeigneten Bedingungen sogar von einer einzelnen Fachkraft montieren.
„Von kompakteren Modulen profitieren sowohl die Fachkräfte als auch die Endkunden“, sagt René Schüler, Head of Product Marketing Europe des chinesischen Photovoltaik-Herstellers DMEGC Solar. „Zum einen können unsere Fachkräfte langfristig geschützt und krankheitsbedingte Ausfälle reduziert werden. Zum anderen lassen sich kleinere Module leichter installieren und auf komplizierten Dächern können mehr Module montiert werden, was zu einer höheren Gesamtleistung führt.“ DMEGC Solar erhielt im Juni 2025 als erster Hersteller das AGR-Gütesiegel für zwei seiner Photovoltaik-Module. „Das Siegel ist eine neue und wichtige Orientierungshilfe bei der Produktauswahl für Planer und Installationsbetriebe. Es kennzeichnet Solarmodule, die über ihre technischen Spezifikationen hinaus ergonomische Anforderungen erfüllen“, so AGR-Geschäftsführer Detlef Detjen.
Ergänzend zu ergonomisch optimierten Photovoltaik-Modulen können passive Exoskelette durch Federn, Gummibänder oder Riemen die Bewegungen und Muskelkraft des Tragenden unterstützen, Überbelastungen vorbeugen und Verletzungen verhindern. Auch hierfür hat die AGR Kriterien festgelegt.
Die Kriterien für ergonomische Solarmodule und das AGR-Zertifikat sind unter diesem Link zu finden.
Quelle: AGR | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH