Gutachten: Bodenschutz entscheidend für naturverträgliche Solarparks

Bodenschutz bei Solarparks: Das Foto zeigt aus Kniehöhe Photovoltaik-Module im Sonnenlicht über grünen Nutzpflanzen.Foto: jeson / stock.adobe.com
Bei Agri-PV werden Solarstromerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung auf derselben Fläche kombiniert. Wie sich die Anlagen auf Boden und andere Schutzgüter auswirken, war Gegenstand eines aktuellen Fachgutachtens.
Ein im Auftrag des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE) erstelltes Fachgutachten untersucht die Auswirkungen von Solarparks auf Boden, Wasser, Klima und Luft. Demnach entstehen die größten Umweltwirkungen während der Bauphase, während sich betriebsbedingte Effekte meist begrenzen lassen.

Bodenschutz bei Solarparks im Fokus des Gutachtens

Das Fachgutachten „Auswirkungen von Solarparks auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Luft“ fasst den aktuellen Forschungsstand zu den Umweltauswirkungen klassischer Freiflächen-Photovoltaikanlagen zusammen. Erstellt wurde die Studie vom Ingenieurbüro Feldwisch im Auftrag des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE).

Die Autoren analysieren anhand einer umfangreichen Literaturauswertung die bau-, anlagen- und betriebsbedingten Auswirkungen von Solarparks auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Luft. Dabei unterscheiden sie zwischen wissenschaftlich nachgewiesenen Effekten und plausibel ableitbaren Wirkzusammenhängen. Zudem identifizieren sie Wissenslücken und formulieren Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung möglicher Beeinträchtigungen.

Bauphase verursacht die größten Auswirkungen

Nach den Ergebnissen des Gutachtens können insbesondere baubedingte Eingriffe erhebliche und teilweise langfristige Auswirkungen auf Boden und Wasser haben. Zu den wichtigsten Risiken zählen Bodenverdichtungen und Erosionsprozesse.

Die Gutachter empfehlen daher, Bodenschutzmaßnahmen bereits in der Planungsphase vorzusehen und den Bau durch eine bodenkundliche Baubegleitung fachlich zu begleiten. Zudem sollte der Anlagenbau möglichst bei ausreichender Vegetationsbedeckung und nicht während bodenfeuchter Wintermonate erfolgen. Eine geschlossene Vegetationsdecke verbessere die Versickerung von Niederschlägen, stabilisiere den Boden und reduziere Erosionsrisiken.

Betriebsbedingte Auswirkungen werden dagegen insgesamt als gering eingestuft. Laut Gutachten lassen sie sich durch angepasste Pflege- und Wartungsmaßnahmen weitgehend minimieren.

Überstellungsgrad beeinflusst Umweltwirkungen

Das Gutachten weist darauf hin, dass mit zunehmendem Überstellungsgrad das Risiko lokaler Beeinträchtigungen von Boden, Wasser, Klima und Luft steigt. Genannt werden unter anderem Veränderungen der Niederschlagsverteilung sowie lokale Erosionsprozesse.

Auch die Überschirmung durch PV-Module kann demnach örtlich begrenzte Veränderungen des Mikroklimas verursachen. Besonders betroffen sind nach Angaben der Autoren die Flächen unmittelbar unter den Modulen. Konkrete Schwellenwerte für einen maximalen Überstellungsgrad nennt das Gutachten jedoch nicht, da sich diese aus den ausgewerteten Studien nicht ableiten lassen.

Für eine dauerhaft geschlossene Vegetationsdecke empfehlen die Autoren ein licht- und wasserdurchlässiges Anlagendesign sowie eine langfristig fachgerechte Grünlandpflege.

Mehr Forschung zu Umweltwirkungen von Solarparks

Nach Angaben des KNE liegen bislang vergleichsweise wenige Untersuchungen zu den Auswirkungen von Solarparks auf Boden, Wasser, Luft und Klima vor. Während die Effekte auf Tiere und Pflanzen bereits häufiger untersucht wurden, fehlte bislang eine systematische Auswertung der Erkenntnisse zu den genannten Schutzgütern.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass bekannte Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen einen Großteil möglicher Beeinträchtigungen reduzieren können. Gleichzeitig zeigt die Studie weiteren Forschungsbedarf auf, insbesondere hinsichtlich standortabhängiger Auswirkungen und möglicher Schwellenwerte für die Anlagengestaltung. Für Projektentwickler und Genehmigungsbehörden könnten die Ergebnisse künftig eine stärkere Berücksichtigung von Bodenschutz- und Vegetationskonzepten bei Planung, Bau und Rückbau von Solarparks bedeuten.

Das Fachgutachten wurde im Mai 2026 veröffentlicht und steht hier auf der Website des KNE zum Download bereit.

Quelle: Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende KNE gGmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen