Milliardenauftrag: 50Hertz vergibt Bau von 2-GW-Offshore-Plattformen in Deutschland

Computergenerierte Darstellung einer Offshore-Konverterplattform auf dem Meer. Die Anlage steht auf einer Stahlunterkonstruktion in der Nordsee.Rendering: 50Hertz
Geplante 2-GW-Offshore-Konverterplattform für das Netzanbindungsprojekt North Sea Connector 2. Die Plattform soll rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee installiert werden.
Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat den Auftrag für das Offshore-Netzanbindungsprojekt North Sea Connector 2 an ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) vergeben. Erstmals sollen Offshore-Konverterplattformen des neuen 2-GW-Standards überwiegend in Deutschland gefertigt werden.

North Sea Connector 2 umfasst eine Offshore-Konverterplattform in der Nordsee sowie eine landseitige Konverterstation am Netzverknüpfungspunkt Mühlenbeck bei Schwerin. Die Plattform soll rund 200 Kilometer westlich von Sylt installiert werden. Mit dem Offshore-Netzanbindungssystem LanWin6 und der Gleichstromverbindung DC32 umfasst das Projekt zwei Bausteine des geplanten NordOstLink. Eine Inbetriebnahme ist bis Ende 2034 vorgesehen.

2-GW-Offshore-Konverterplattformen mit Fertigungsschwerpunkt in Rostock

Nach Angaben von 50Hertz übernimmt das Konsortium die schlüsselfertige Umsetzung des Projekts. Dazu gehören Planung, Beschaffung, Bau, Installation und Inbetriebnahme der Anlagen an Land und auf See.

Siemens Energy liefert die Hochspannungs-Gleichstromübertragungstechnik (HVDC), darunter Transformatoren, Schaltanlagen und Konverter. NSORe verantwortet den Bau der Offshore-Plattform. Die Topside, das „Hauptgebäude“ der Offshore-Plattform, mit den elektrischen Hauptkomponenten soll auf der NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Die Jacket-Gründung entsteht auf der Smulders-Werft im niederländischen Vlissingen.

Parallel verhandelt 50Hertz mit NSORe über eine weitere Offshore-Konverterplattform für das Projekt North Sea Connector 1. Dieses umfasst das Offshore-Netzanbindungssystem LanWin3 und die Gleichstromverbindung DC31. Die landseitige Konverterstation ist ebenfalls für Mühlenbeck vorgesehen. Siemens Energy war bereits 2024 mit der Lieferung der Hochspannungstechnik für dieses Projekt beauftragt worden.

Bedeutung für die Offshore-Netzanbindung

Laut 50Hertz könnte sich das Auftragsvolumen für NSORe bei Realisierung beider Projekte auf rund 2,5 Milliarden Euro summieren. Der überwiegende Teil der Produktion und Dienstleistungen würde dabei in Mecklenburg-Vorpommern erbracht; zudem könnten langfristig mehr als 500 neue Arbeitsplätze bei den beteiligten Unternehmen und Zulieferern entstehen.

50Hertz-CEO Stefan Kapferer erklärte, das Ausschreibungsverfahren habe gezeigt, dass „heimische Werften beim Bau von Offshore-Plattformen mittlerweile wettbewerbsfähige Angebote abgeben können“. Zudem zeigte er sich zuversichtlich, die Verhandlungen für das zweite Konverterprojekt zeitnah abschließen zu können.

Hauke Jürgensen, Leiter Netzlösungen Siemens Energy, verwies auf den steigenden Bedarf an Werftkapazitäten für Offshore-Netzanbindungen. Mit der NEPTUN-WERFT komme nach seiner Einschätzung zusätzliche Kapazität in einen Markt, der für den Ausbau der Offshore-Windenergie von zentraler Bedeutung sei.

Nach Angaben von David Muylaert, CEO Smulders, wurden die Standorte Rostock und Vlissingen organisatorisch aufeinander abgestimmt, um Planung, Fertigung und Offshore-Installation für das erste gemeinsame HVDC-Projekt zu bündeln.

Steigender Bedarf an Konverterplattformen

Der Auftrag unterstreicht die wachsende Bedeutung von HVDC-Konvertersystemen für die Anbindung großer Offshore-Windparks. Mit dem Übergang zum 2-GW-Standard steigen sowohl die technischen Anforderungen als auch die Projektgrößen. Gleichzeitig gewinnt die Verfügbarkeit von Fertigungs- und Werftkapazitäten in Europa an Bedeutung, da zahlreiche Offshore-Netzanbindungsprojekte parallel umgesetzt werden sollen.

Quelle: 50Hertz | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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