Bezirksregierung Arnsberg erteilt größte Geothermie-Aufsuchungserlaubnis Deutschlands

Eine Landkarte zeigt den Umfang der Erdwärme Metropole Ruhr, dem größten Erdwärme-Erkundungsgebiet Deutschlands.Grafik: Steag
Die Karte zeigt das von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigte Gebiet für die Geothermie-Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr“.
Von Oberhausen bis Hamm reicht das Erdwärme-Erkundungsgebiet, für das die Bezirksregierung Arnsberg nun eine Aufsuchungserlaubnis erteilt hat.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat mit der Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr“ das bislang größte Geothermie-Erlaubnisfeld Deutschlands vergeben. Auf einer Fläche von 1.640 Quadratkilometern rückt das Potenzial der Erdwärme im Ruhrgebiet noch stärker in den Fokus. Das übergeordnete Ziel dieses Vorhabens ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Metropolregion Ruhr. An dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt sind die Unternehmen Eon Business Solutions Deutschland, DMT, Deutsche Erdwärme, Fernwärmeversorgung Niederrhein, Iqony Fernwärme, Iqony Wärme sowie die Hertener Stadtwerke.

„Wir freuen uns über das Vertrauen der Landesregierung, das unserem Konsortium mit der Erteilung der Aufsuchungserlaubnis entgegengebracht wurde. Die Konsortialpartner sind entschlossen, einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in NRW zu leisten“, sagt Katja Winkler, Projektleiterin Geothermie für Eon Business Solutions Deutschland. Matthias Ohl, CEO des Fernwärmegeschäfts von Iqony, ergänzt: „Unsere Region hat großes Fernwärmepotenzial – dicht, industriell, voller ungenutzter Wärmequellen. Die Geothermie kann ein starkes Standbein der Wärmeversorgung der Zukunft sein.“

Erster Schritt für „Erdwärme Metropole Ruhr“ ist Ultraschall der Erde

Die Aufsuchungserlaubnis bildet die Grundlage für umfangreiche geologische Untersuchungen, mit denen das Konsortium das Potenzial der Geothermie in der Region näher prüfen will. In einer ersten Erkundungsphase untersuchen die Partner die geologischen Reservoire in ausgewiesenen Regionen von Oberhausen bis Hamm sowie von Marl bis Schwerte. Zunächst will man Messungen mittels 2D-Seismik – vergleichbar mit einem Ultraschall der Erde – durchführen. Auf Basis dieser Ergebnisse erfolgt eine vertiefende Untersuchung mittels 3D-Seismik, um verschiedene Bereiche genauer abzubilden und potenzielle Probebohrungen vorzubereiten. Die Projektbeteiligten planen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe der zuständigen Kartellbehörden.

Geothermie: Klimafreundliche Schlüsseltechnologie

Ziel des Projekts „Erdwärme Metropole Ruhr“ ist es, erneuerbare Wärme in bestehende und neue Wärmenetze einzuspeisen und damit fossile Energieträger zu ersetzen. Geothermie nutzt die natürliche Wärme aus dem Erdreich – klimafreundlich, lokal und unabhängig von Wetter und Tageszeit. Die Projektpartner sehen in der Geothermie eine zentrale Technologie für die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen. Durch nachhaltige und von Brennstoffpreisen unabhängige Wärme kann Geothermie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Reduktion von CO₂-Emissionen leisten. Der Masterplan Geothermie des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstreicht dieses Potenzial aus der Tiefe: Demnach könnten perspektivisch bis zu 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Nordrhein-Westfalen durch Geothermie gedeckt werden.

Quelle: Steag | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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