FZ Jülich erhält Förderung für Recycling von Solarmodulen

Silberpellets in einer Hand. Symbolbild für Silber als wertvollen Rohstoff.Foto: fotomovo/stock.adobe.com
Silber ist der wertvollste Rohstoff, der sich beim Solarrecycling zurückgewinnen lässt.
Das FZ Jülich will kritische Rohstoffe wie Silber aus ausgedienten Solarmodulen mit einem neuen elektrochemischen Verfahren zurückgewinnen. Dafür erhält es eine Zuwendung des Europäischen Forschungsrates.

Das Forschungszentrum (FZ) Jülich hat eine Förderung für ein elektrochemisches Verfahren zum Recycling von Solarmodulen erhalten. Wie die Forschungseinrichtung mitteilte, handelt es sich um einen ERC Proof of Concept Grant des Europäischen Forschungsrates, der an den Materialwissenschaftler Ian Marius Peters geht. Die Höhe der Zuwendung beträgt 150.000 Euro und steht dem Projekt CYBEX zur Verfügung.

CYBEX steht für Critical Material Extraction from Low Concentration Sources. Das Projekt entwickelt ein intelligentes elektrochemisches Verfahren, das Metalle gezielt aus komplexen Abfällen herauslösen und in hoher Reinheit zurückgewinnen will. Anders als bisherige Verfahren soll die Technologie auch in kleineren, dezentralen Recyclinganlagen effizient arbeiten und dabei deutlich weniger Energie und Chemikalien benötigen. Geplant ist der Bau eines Prototypes, den die Forschenden an realen Photovoltaik-Abfällen erproben. Parallel untersuchen sie die wirtschaftliche Umsetzbarkeit und bereiten den Technologietransfer in die Industrie vor.

Photovoltaikmodule enthalten wertvolle Metalle wie Silber. Obwohl ihre Konzentration nach der Aufbereitung ebenso hoch oder teilweise sogar höher sei als in natürlichen Erzen, würden sie heute meist nicht zurückgewonnen, so das FZ. Herkömmliche Recyclingverfahren seien auf große, zentrale Anlagen ausgelegt und wirtschaftlich für kleinere oder unterschiedlich zusammengesetzte Abfallströme kaum geeignet.

CYBEX baue auf den Ergebnissen des ERC Consolidator Grants C2C-PV auf. Darin habe das Team bereits zeigen können, dass sich Metalle mithilfe elektrochemischer Verfahren selektiv aus komplexen Abfallströmen zurückgewinnen ließen. Mit dem Proof of Concept Grant wollen die Forschenden diese Grundlagenforschung in eine praxistaugliche Recyclingtechnologie überführen.

Der Europäische Forschungsrat vergibt in der ersten Förderrunde 2026 insgesamt 182 Proof of Concept Grants mit einem Gesamtvolumen von 27,3 Millionen Euro.

Quelle: FZ Jülich | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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