Steag Iqony nimmt Großwärmespeicher für Fernwärme in Betrieb
Grafik / Foto: Steag Iqony GroupDie Anlage am Heizwerk Gelsenkirchen-Schalke wurde nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt und am 8. Juli 2026 offiziell eingeweiht. Das Land Nordrhein-Westfalen hat das rund 30 Millionen Euro teure Projekt mit 7,1 Millionen Euro aus dem Förderprogramm progres.nrw gefördert.
Der Großwärmespeicher soll die Flexibilität der Ruhrfernwärme erhöhen und Wärmeerzeugung sowie Wärmeverbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. „Mit dieser großen Thermoskanne können wir Wärme zeitlich entkoppelt nutzen: Wir nehmen sie bei ihrer Entstehung auf und stellen sie bei höherem Bedarf und knapper Erzeugung bereit“, sagte Steag-Iqony-CEO Gundolf Schweppe.
Zwei-Zonen-Technologie ermöglicht Speicherung über 100 Grad
Der Großwärmespeicher ist knapp 57 Meter hoch, hat einen Außendurchmesser von 28 Metern und ein Bruttovolumen von rund 30.900 Kubikmetern beziehungsweise 31 Millionen Litern Wasser. Das nutzbare Speichervolumen beträgt rund 22.300 Kubikmeter, die nutzbare thermische Speicherkapazität liegt bei 1.050 MWh. Das Fernheizwasser kann mit Temperaturen von bis zu 115 Grad Celsius gespeichert werden.
Technisch basiert die Anlage auf einer Zwei-Zonen-Speichertechnologie, deren Funktionsprinzip einer Thermoskanne ähnelt. Der Speicher besteht aus zwei hydraulisch verbundenen Wasserkammern, die durch ein isoliertes Zwischendach getrennt sind. Im unteren Bereich wird das heiße Fernheizwasser gespeichert, während die obere Zone mit kühlerem Wasser gefüllt ist. Der hydrostatische Druck dieser Wassersäule verhindert, dass das heiße Wasser im unteren Speicherbereich trotz Temperaturen von mehr als 100 Grad verdampft.
Zum Be- und Entladen wird das Fernheizwasser über entsprechende Rohrleitungen zwischen Speicher und Fernwärmenetz geführt. Betreiber der Fernwärmeschiene Ruhr sowie der Fernwärmenetze in Essen, Gelsenkirchen und Bottrop ist die Iqony Fernwärme GmbH, ein Unternehmen der Steag Iqony Group.
Land NRW unterstützt Großwärmespeicher mit 7,1 Millionen Euro
An der offiziellen Einweihung nahmen NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze teil. Neubaur bezeichnete Wärmespeicher als wichtigen Baustein für eine bedarfsgerechte Fernwärmeversorgung. Henze stellte den Großwärmespeicher in Zusammenhang mit dem Entwurf der kommunalen Wärmeplanung. Nach ihren Angaben kann der neue Speicher das lokale Fernwärmenetz potenziell bis zu zwei Tage mit Wärme versorgen und so die Versorgungssicherheit erhöhen.
Großwärmespeicher als Baustein der Fernwärme
Großwärmespeicher gelten als wichtige Infrastruktur für den flexiblen Betrieb von Fernwärmenetzen. Die Anlage in Gelsenkirchen zeigt, wie sich Wärmeerzeugung und Wärmebedarf zeitlich entkoppeln lassen. Zugleich verdeutlicht das Projekt die Rolle öffentlicher Förderung beim Ausbau der Fernwärmeinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen.
Quelle: Steag Icon Group | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH