TÜV Rheinland und Sungrow definieren neue Standards für PV-Wechselrichter

Zwei Vertreter von TÜV Rheinland und Sungrow präsentieren auf einem Messestand ein Zertifikat für neue Zuverlässigkeitsstandards von PV-Wechselrichtern. Im Hintergrund ist eine große Bildschirmwand mit den Logos beider Unternehmen zu sehen.Foto: Sungrow
Vertreter von TÜV Rheinland und Sungrow präsentieren die neuen Prüfstandards zur Bewertung der Zuverlässigkeit von PV-Wechselrichtern.
TÜV Rheinland und Sungrow haben zwei neue Prüfstandards zur Bewertung der Zuverlässigkeit von PV-Wechselrichtern vorgestellt. Der Bewertungsrahmen soll die Lebensdauer von Geräten unter realitätsnahen Betriebsbedingungen quantifizierbar machen und damit insbesondere Investoren, Projektierern und Versicherern eine fundiertere Bewertung ermöglichen.

Neuer Bewertungsrahmen für die Zuverlässigkeit von PV-Wechselrichtern

TÜV Rheinland und Sungrow haben nach Unternehmensangaben erstmals zwei quantitative Zuverlässigkeitsstandards für PV-Wechselrichter entwickelt. Die Standards 2 PfG 3325 und 2 PfG 3328 – Teil 2 sollen die Lebensdauerleistung von Wechselrichtern anhand nachvollziehbarer und messbarer Kriterien bewerten. Nach Angaben der Partner entsteht damit ein neuer Bewertungsrahmen, der bestehende Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen ergänzt und insbesondere für den europäischen Markt relevant sein soll, auf dem Zuverlässigkeit und Netzsicherheit wichtige Voraussetzungen für die Finanzierung von Solarprojekten sind.

Die beiden Standards wurden gemeinsam mit TÜV Rheinland entwickelt. Sungrow teilt mit, dass der String-Wechselrichter SG510HX sowie die IGBT-Leistungsmodule des Unternehmens zu den ersten Produkten gehören, die nach beiden Prüfstandards zertifiziert wurden.

Zwei Standards für Komponenten und Gesamtsysteme

Der neue Prüfrahmen besteht aus zwei Ebenen. Der Standard 2 PfG 3325 bewertet die Zuverlässigkeit von IGBT-Leistungshalbleitern auf Komponentenebene. Dabei stehen Ausfallmechanismen sowie Lebensdauermodelle unter Belastungen wie Temperatur- und Lastwechseln im Mittelpunkt.

Der Standard 2 PfG 3328 – Teil 2 untersucht dagegen die Zuverlässigkeit kompletter PV-Wechselrichter. Der Standard erfasst unter anderem die Leistungsdegradation und die Lebensdauer integrierter PV-Wechselrichter unter verschiedenen Umweltbedingungen. Ziel ist es, die Eignung der Geräte für die vorgesehene Betriebsdauer nachzuweisen.

Nach Angaben von Sungrow schließen die neuen Prüfverfahren eine Lücke zwischen bisherigen Laborqualifikationen und den tatsächlichen Betriebsbedingungen moderner PV-Anlagen. Hintergrund sei, dass Wechselrichter zunehmend unter anspruchsvollen Bedingungen, etwa in Wüstenregionen, an Offshore-Standorten oder in Höhenlagen, über Laufzeiten von bis zu 25 Jahren eingesetzt werden.

Datenbasis aus weltweiten PV-Kraftwerken

Laut Sungrow beruhen die neuen Bewertungsverfahren auf datenbasierten Lebensdauermodellen. Diese wurden wiederum aus Betriebsdaten von PV-Kraftwerken in unterschiedlichen Klimazonen und Einsatzszenarien abgeleitet.

TÜV Rheinland sieht darin nach eigenen Angaben einen strukturierten und überprüfbaren Rahmen zur Bewertung der langfristigen Zuverlässigkeit von Wechselrichtern. Davon könnten Hersteller ebenso profitieren wie Investoren und Versicherer, die die Leistungsfähigkeit von Anlagen über deren gesamten Lebenszyklus bewerten müssen.

Zertifizierung auch für Speicher-Leistungselektronik

Neben den neuen Zuverlässigkeitsstandards verweist Sungrow auf eine weitere Zertifizierung. Die Power Conversion Systems (PCS) der Serie SC210HX erhielten nach Unternehmensangaben ein in Deutschland ausgestelltes VDE-FNN-Prototypenzertifikat. Das Unternehmen teilt mit, zu den ersten Anbietern zu gehören, deren Speicher-PCS die deutschen Anschlussstandards für Mittel- und Hochspannungsnetze vollständig durchlaufen und zusätzlich ihre netzbildende Leistungsfähigkeit nachgewiesen haben.

Für Projektentwickler und Investoren könnten die neuen Prüfstandards künftig eine zusätzliche Grundlage bieten, um die langfristige Zuverlässigkeit von PV-Wechselrichtern systematisch zu bewerten. Ob sich die Verfahren als Branchenreferenz etablieren, dürfte davon abhängen, in welchem Umfang weitere Hersteller und Zertifizierungsstellen sie übernehmen.

Quelle: Sungrow Power Supply Co., Ltd. | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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