DNB: Margendruck bei Herstellern von Solarmodulen hält an
Foto: IM Imagery / stock.adobe.comSolarmodulhersteller stehen wegen des anhaltenden Überangebots weiterhin unter starkem Margendruck. Das trifft nach einer Analyse der Norwegischen DNB Asset Management vor allem auf China zu. Autor und Portfoliomanager Christian Rom erwartet, dass der Preisdruck weiter anhalten könnte, auch wenn sich die Solarnachfrage weltweit beschleunigt. Die Modulpreise könnten weiter fallen, sodass der Druck auf die Hersteller hoch bleibe. Das könnte auch die Pläne zu einer Rückverlagerung der Modulproduktion nach Europa betriebswirtschaftlich weiter erschweren.
Die Internationale Energieagentur erwarte laut DNB für die Jahre 2025 bis 2030 einen Zubau von rund 4.600 Gigawatt erneuerbarer Kapazität. Davon sollen fast 80 Prozent auf Solarenergie entfallen. Gleichzeitig stehen chinesische Solarhersteller wegen des Überangebots unter starkem Margendruck. Die Internationale Energieagentur schätzt die Margen großer Hersteller auf etwa minus zehn Prozent.
Von fallenden Kosten für Solarmodule und Batterien profitierten dagegen die Entwickler erneuerbarer Energien und unabhängige Stromerzeuger mit starken Projektpipelines und günstiger Finanzierung. Zu den potenziellen Gewinnern am Kapitalmarkt zählten Versorger, die neue Kapazitäten beschafften sowie Rechenzentren und Industriekunden auf der Suche nach günstigem Strom. Außerdem könnten Speicherbetreiber profitieren und die Anbieter von Netz- und Flexibilitätslösungen. Ob Kostenvorteile bei den Stromverbrauchern ankommen, hänge vom Marktdesign und von den Netzkosten ab.
Auf der Verliererseite stünden potenziell Hersteller von Solarmodulen, Batteriezellhersteller ohne Kostenvorteile und Zulieferer, deren Produkte rasch zur Massenware werden und nur begrenzte Differenzierung aufweisen. Ein besonderes Risiko von Überinvestitionen und Überkapazitäten bestehe dabei in der Solarproduktion, insbesondere in China.
Chinas Lieferketten für saubere Technologien zeigten beide Seiten der Entwicklung. Größe senke die Kosten für nachgelagerte Entwickler und Verbraucher. Die Konzentration schaffe jedoch Risiken durch Handel und Abhängigkeiten in der Lieferkette.
Chinesische Unternehmen wie BYD und CATL seien stark bei Innovation und Prozess-Know-how. Das ermögliche fortschrittliche Technologien für Elektrofahrzeuge und Batterien, eine hoch integrierte Fertigung sowie sich rasch verbessernde Produktplattformen und Skaleneffekte.
Quelle: DNB Asset Management | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH