Geothermie: Hauptbetriebsplan für Erdwärme Breisgau genehmigt
Foto: Herrenknecht AGDas Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) hat den Hauptbetriebsplan für das Geothermieprojekt Erdwärme Breisgau genehmigt. Das Landesamt hatte den eingereichten Hauptbetriebsplan in einem umfangreichen Verfahren geprüft. Dabei hatte es auch betroffene Kommunen, Fachbehörden und weitere Träger öffentlicher Belange beteiligt. Mit der Genehmigung des Hauptbetriebsplans liegen nun die bergrechtlichen Voraussetzungen für die Einrichtung des Bohrplatzes und die anschließenden Bohrarbeiten vor. „Die bevorstehenden Bohrungen werden zeigen, welches Potenzial die Geothermie künftig für die Wärmewende entfalten kann”, sagt Hans-Martin Hellebrand, Vorstandvorsitzender der Badenova.
Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat der Badenova der Kooperation mit dem Technologieunternehmen Herrenknecht AG als gleichberechtigtem Partner bei Erdwärme Breisgau zugestimmt. Beide Unternehmen sind zukünftig zu jeweils 50 Prozent an der Projektgesellschaft Erdwärme Breisgau GmbH & Co. KG beteiligt. Herrenknecht soll seine Erfahrungen aus der Planung und Umsetzung von Infrastruktur- und Bohrprojekten in die nächste Projektphase einbringen. „Die Tiefengeothermie ist für mich seit vielen Jahren eine Schlüsseltechnologie der Wärmewende – mit dem Projekt in Hartheim bringen wir sie nun zusammen mit Badenova einen großen Schritt voran. Gemeinsam erschließen wir ein enormes Energiepotenzial, das direkt unter unserer Heimatregion liegt“, sagt Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG.
Badenova und Herrenknecht investieren rund 60 Millionen Euro
Badenova und Herrenknecht wollen gemeinsam rund 60 Millionen Euro in die Erschließung des Reservoirs und den Bau eines Heizwerks investieren. „Geothermieprojekte dieser Größenordnung erfordern unterschiedliche Kompetenzen. Herrenknecht bringt Erfahrung aus Tiefbohr- und Infrastrukturprojekten ein, Badenova aus Wärmeversorgung und Fernwärmebetrieb. Diese Kompetenzen bündeln wir in der gemeinsamen Projektgesellschaft“, sagt Dirk Sattur, Vorstand der Badenova.
Ab Herbst beginnen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände nahe der A5 auf Höhe des Rastplatzes Hardt bei Hartheim. Dazu gehören Erdarbeiten, die Herstellung von Arbeits- und Lagerflächen sowie die Einrichtung der Baustelleninfrastruktur. Für einen begrenzten Zeitraum sollen Sondertransporte direkt über die Autobahn auf den Bohrplatz gelangen. Die Aufnahme der Bohrarbeiten ist derzeit für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen. Während der Bohrphase möchte Erdwärme Breisgau interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich bei Führungen vor Ort über das Projekt zu informieren.
Hintergrund zum Projekt Erdwärme Breisgau
Mit Erdwärme Breisgau soll natürliche Wärme aus tiefen Gesteinsschichten für die Wärmeversorgung der Region genutzt werden. Geplant ist die Nutzung eines rund 3.200 Meter tief liegenden Heißwasservorkommens unter der Gemarkung Hartheim. Dem geförderten Tiefenwasser will man an der Oberfläche Wärme ziehen und wieder in das gleiche Gesteinsreservoir zurückführen.
„Die anstehenden Bohrungen werden die entscheidenden Informationen über Temperatur und Ergiebigkeit des Reservoirs liefern. Auf dieser Grundlage kann bewertet werden, ob die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb und die weitere Umsetzung des Projekts erfüllt sind“, sagt Klaus Preiser, Geschäftsführer von Badenova Wärmeplus.
Ein EU-Forschungsprojekt will Geothermiebohrungen durch Seitenbohrungen leistungsfähiger machen.
Quelle: Badenova | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH