BUND: Erneuerbare glätten Preisspitzen und schützen vor Preisschocks
Foto: BillionPhotos.com / stock.adobe.comDer BUND hat eine Studie zur Auswirkung erneuerbarer Energien auf die Preisentwicklung am Strommarkt veröffentlicht. Das Fazit: Ein hoher Anteil an Wind- und Solarkraft im Netz hält den Strompreis in Energiekrisen stabil und glättet Preisspitzen. Die Dekarbonisierung des Energiesektors mache resilienter gegenüber Preisschocks und stabilisiere den Energiemarkt langfristig, teilte die Organisation mit.
Im Mittelpunkt der von Montel Analytics erstellten Analyse steht der Vergleich von drei Szenarien mit den Preisbedingungen der Energiekrise des Jahres 2022: ein stark fossil geprägtes Stromsystem aus dem Jahr 2011, das Referenzszenario des Jahres 2022 sowie ein Zukunftsszenario mit einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien, wie es die Bundesregierung für 2030 vorsieht.
Überlegenheit bei hohen Preisen für fossile Energien
Der Vergleich stelle dabei die Überlegenheit eines Stromsystems mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien in Krisenzeiten mit hohen Prisen für fossile Energien deutlich heraus. So sinke der durchschnittliche Preis im 2030er-Szenario gegenüber 2011 um 64 Prozent. Während der Durchschnittspreis im 2011er-Modell unter den Preisbedingungen der Energiekrise bei 382,90 Euro pro Megawattstunde (MWh) liege, betrage er 2030 im Krisenmodus nur noch 137,27 EUR/MWh. Gegenüber dem durchschnittlichen Strompreis des Krisenjahres 2022 in Höhe von 235,44 EUR/MWh sei das eine Einsparung von fast 100 Euro pro Megawattstunde.
Ein weiteres Ergebnis der Analyse sei, dass erneuerbare Energien Preisspitzen glätten. Im konkreten Beispiel liegt der Preis pro Megawattstunde bei einem Anteil von 80 Prozent Erneuerbaren insgesamt nur 41 Stunden oberhalb der Marke von 500 Euro. Im Vergleich dazu reißt das 2011er-Modell die Preismarke für 785 Stunden, während es 2022 immerhin noch 499 Stunden sind.
Die Studie stelle ferner die entscheidende Rolle der Flexibilitäten heraus. In Zeiten mit einer hohen Stromerzeugung aus Solar- und Windkraft und somit niedrigen Preisen können etwa Wärmepumpen, Elektrolyseure oder E-Fahrzeuge diesen günstigen Strom verstärkt beziehen. In Stunden mit einem knappen Stromangebot und hohen Preisen lasse sich ihr Verbrauch dadurch weitgehend reduzieren oder zeitlich verschieben. Batteriespeicher verstärken diesen Effekt. Darüber hinaus belege die Modellierung einen deutlichen Rückgang des CO2-Ausstoßes. So lägen die Emissionen für das 2030er-Szenario mit 121 Mio. Tonnen CO2 nur noch bei einem Drittel des 2011er-Modells.
Die vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichte Kurzstudie trägt den Titel: „Stabil statt fossil: Wie ein System aus erneuerbaren Energien und Flexibilitäten den Strompreis senkt und Energiepreiskrisen abfedert“.
Quelle: BUND | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH