ABO Energy verkauft H2-Hub Hünfeld an Tyczka Hydrogen

Luftaufnahme des H2-Hubs Hünfeld am Rand von Hünfeld-Michelsrombach. Die technische Anlage liegt zwischen einer Straße, Gewerbegebäuden und Feldern; im Hintergrund sind Wohnhäuser und eine bewaldete Hügellandschaft zu sehen.Foto: Gregor Ott / ABO Energy
Der Wasserstoffstandort liegt in Hünfeld-Michelsrombach bei Fulda und ist an die regionale Straßeninfrastruktur angebunden.
ABO Energy hat seinen seit 2025 betriebenen Wasserstoffstandort im hessischen Hünfeld-Michelsrombach an die Tyczka Hydrogen GmbH veräußert. Der H2-Hub Hünfeld umfasst einen 5-MW-Elektrolyseur sowie eine Wasserstoff-Tankstelle und eine Trailer-Abfüllstation.

Der H2-Hub Hünfeld produziert seit August 2025 grünen Wasserstoff für Brennstoffzellenbusse und -Lkw. Nach Angaben von ABO Energy kann der Elektrolyseur jährlich bis zu 450 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Den dafür benötigten Strom bezieht die Anlage aus Wind- und Solarparks. Der erzeugte Wasserstoff wird über die 350-bar-Tankstelle und die Trailer-Abfüllstation am Standort bereitgestellt.

ABO Energy hatte das Projekt nach mehreren Jahren Planung und 13 Monaten Bauzeit im Sommer 2025 eingeweiht und in Betrieb genommen. Die ABO Kraft & Wärme AG übernimmt seit der Eröffnung die Betriebsführung. Angaben dazu, ob sie diese Aufgabe nach dem Verkauf weiterhin wahrnimmt, enthält die Mitteilung nicht.

„Wir haben dieses komplexe Projekt von der Planung über die Errichtung bis zur Inbetriebnahme erfolgreich umgesetzt. Umso mehr freuen wir uns, mit Tyczka Hydrogen einen starken Käufer gefunden zu haben”, sagt Dr. Karsten Schlageter, Geschäftsführer bei ABO Energy.

H2-Hub Hünfeld seit 2025 RNFBO-zertifiziert

Im Juli 2025 erhielt die Anlage ein TÜV-Zertifikat nach dem CertifHy EU RNFBO Voluntary Scheme. RNFBO steht für „Renewable Fuel of Non-Biological Origin” und bezeichnet erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs. Laut ABO Energy gehörte der Standort zu den ersten Anlagen in Deutschland mit dieser Zertifizierung.

Der Wasserstoff-Hub verbindet damit die Produktion von grünem Wasserstoff mit zwei Möglichkeiten zur Abgabe: Fahrzeuge können Wasserstoff unmittelbar an der Tankstelle beziehen, während die Trailer-Abfüllstation den Transport zu anderen Verbrauchsorten ermöglicht.

Bund förderte Wasserstoffprojekt mit zwölf Millionen Euro

Für das Projekt erhielt ABO Energy insgesamt zwölf Millionen Euro Förderung aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Das Programm wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr getragen. Fördermittel für die Maßnahme kommen den Angaben zufolge auch aus dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan. Sie fließen über die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität im Programm NextGenerationEU. Die NOW GmbH koordiniert die Förderrichtlinie, der Projektträger Jülich setzt sie um.

Tyczka Hydrogen übernimmt damit einen bereits in Betrieb befindlichen und RNFBO-zertifizierten Standort für Wasserstofferzeugung, Betankung und Abfüllung. ABO Energy hat das Projekt von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme umgesetzt. Welche weiteren Pläne das Unternehmen für den H2-Hub Hünfeld verfolgt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Über Tyczka Hydrogen
Die Tyczka Hydrogen GmbH bündelt das Wasserstoffgeschäft der Tyczka-Unternehmensgruppe, die seit fast 100 Jahren im Bereich Industriegase und Flüssiggas tätig ist. Nach eigenen Angaben ist Tyczka Hydrogen von der Wasserstoffproduktion über Verdichtung und Abfüllung bis zur Transport- und Betankungstechnik tätig. Die Unternehmensgruppe beschäftigt europaweit rund 600 Mitarbeitende und hat ihren Sitz in Geretsried bei München.

Quelle: ABO Energy GmbH & Co. KGaA | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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