KI schätzt Baujahresdaten für Niederspannungskabel
Foto: Matthias Buehner / stock.adobe.comDer genaue Einbauzeitraum von Niederspannungskabeln lässt sich aus vorhandenen Netzdaten nicht in jedem Fall unmittelbar bestimmen. Im Pilotprojekt „Cable Age” arbeiten Schleswig-Holstein Netz, Avacon Netz und MITNETZ STROM mit dem KI-Team von E.ON Grid Solutions an einem Verfahren, das vorhandene Informationen systematisch auswertet und so Baujahresdaten für Niederspannungskabel liefert. Ziel ist eine verlässlichere Planungsgrundlage für Netzbetrieb und Asset Management.
So schätzt Cable Age Baujahresdaten für Niederspannungskabel
Das System wertet Informationen aus dem Netzumfeld eines Kabels aus, etwa benachbarte Betriebsmittel oder Hausanschlüsse. Daraus leitet es Rückschlüsse auf den wahrscheinlichen Einbauzeitraum ab. Das Ergebnis ist eine plausibilisierte Baujahresperiode, die Fachleute aus dem Asset Management anschließend auf Plausibilität prüfen. Oliver Pohl, Leiter Team Daten und digitale Lösungen bei Schleswig-Holstein Netz, beschreibt den Nutzen laut Unternehmensmitteilung so: „Je besser wir unsere Infrastruktur digital abbilden und verstehen, desto gezielter können wir Investitionen planen […].”
Aufgabenteilung im E.ON-Netzverbund
Schleswig-Holstein Netz und Avacon Netz entwickeln das Modell konzeptionell. E.ON Grid Solutions bringt die KI-Expertise in die Entwicklung ein. MITNETZ STROM ergänzt zusätzliche Datenbestände und übernimmt die fachliche Validierung. Die Erprobung in unterschiedlichen Netzgebieten und mit unterschiedlichen Datenstrukturen soll die Übertragbarkeit des Verfahrens erhöhen.
Projektpartner prüfen Genauigkeit bis Frühherbst 2026
„Cable Age” ist als Pilotprojekt bis Frühherbst 2026 angelegt. Bis dahin untersuchen die Projektpartner fortlaufend die Genauigkeit der KI-gestützten Analysen und den praktischen Nutzen für Datenmanagement, Netzbetrieb und Asset Management. Das Verfahren ermittelt dabei keinen historisch belegten Einbauzeitpunkt, sondern eine wahrscheinliche Baujahresperiode. Angaben zur Trefferquote oder zur Zahl der bislang untersuchten Kabel liegen bislang nicht vor.
Für Entwicklung und Skalierung nutzt das Projekt den Data-/AI Hub der Plattform iPEN. Er stellt Entwicklungsteams unter anderem Zugang zu relevanten Netzdaten, eine einsatzbereite Entwicklungsumgebung sowie erprobte Werkzeuge und Methoden bereit. Ein einheitliches Netzdatenfundament und wiederverwendbare Bausteine sollen es ermöglichen, erprobte Lösungen wie „Cable Age” mit vergleichsweise geringem Aufwand auch weiteren E.ON-Netzgesellschaften bereitzustellen.
Quelle: Avacon AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH