Alpiq übernimmt Batteriespeicher Bollingstedt

Luftaufnahme des Batteriespeichers Bollingstedt mit zahlreichen weißen Speichercontainern in parallelen Reihen, eine grüne Schutzwand umschließt das Betriebsgelände, umgeben von Feldern und Bäumen.Foto: Ulrich Mertens
Für die Netzanbindung der Anlage entwickelten Eco Stor und Schleswig-Holstein Netz ein Flexible Connection Agreement.
Die Alpiq Energie Deutschland GmbH erwirbt den Batteriespeicher Bollingstedt mit 103,5 MW Leistung und 238 MWh Speicherkapazität von der Eco Stor GmbH. Der seit Juni 2025 betriebene Großspeicher gilt nach Angaben der beteiligten Unternehmen derzeit als größter in Betrieb befindlicher Batteriespeicher Deutschlands.

Alpiq übernimmt die Betreibergesellschaft Eco Power One GmbH im Rahmen eines Bieterverfahrens. Damit wechselt auch der Batteriespeicher Bollingstedt in Schleswig-Holstein den Eigentümer. Eco Stor bleibt für die technische und operative Betriebsführung verantwortlich. Über den Kaufpreis haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Alpiq ist ein Schweizer Energieunternehmen mit Sitz in Lausanne und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.400 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist europaweit in der Stromerzeugung, im Energiehandel und in der Energieoptimierung tätig. Zum Portfolio gehören Wasserkraftwerke, thermische Kraftwerke, Wind- und Photovoltaikanlagen sowie Batteriespeicher. Mit der Akquisition in Bollingstedt erweitert Alpiq nach eigener Darstellung sein europäisches Batteriespeicherportfolio.

Batteriespeicher Bollingstedt seit Juni 2025 am Netz

Eco Stor nahm die Anlage im Juni 2025 in Betrieb. Das Unternehmen entwickelte für den Netzanschluss gemeinsam mit Schleswig-Holstein Netz ein sogenanntes Flexible Connection Agreement. Wie dieses Anschlussmodell ausgestaltet ist und welche konkreten Einschränkungen oder Steuerungsmöglichkeiten es vorsieht, geht aus den Mitteilungen nicht hervor.

Für den Speicher stellt Eco Stor zudem ein öffentlich zugängliches Betriebsdashboard bereit. Es zeigt zentrale Betriebsdaten der Anlage. Nach Darstellung des Unternehmens sollen das Anschlussmodell und die Veröffentlichung der Betriebsdaten einen planbaren und netzdienlichen Speicherbetrieb ermöglichen.

Eco Stor bleibt für den Speicherbetrieb zuständig

Die Erfahrungen aus der technischen und operativen Betriebsführung in Bollingstedt sollen nach Angaben des Unternehmens in weitere Großspeicherprojekte einfließen. Bis 2030 plant Eco Stor nach eigenen Angaben insgesamt 30 Standorte mit einer Gesamtleistung von 10 GW. Hinter dem deutsch-norwegischen Unternehmen steht nach eigener Darstellung ein internationales Konsortium, dem unter anderem der Projektentwickler X-ELIO und die Beteiligungsgesellschaft Nature Infrastructure Capital (NIC) angehören.

Alpiq und Eco Stor arbeiten bereits bei einem weiteren Speicherprojekt zusammen. Ende 2025 gaben die Unternehmen ihre Kooperation im Zusammenhang mit einem Tolling-Vertrag für den Batteriespeicher Schuby bekannt. Der Vertrag läuft laut Alpiq über fünf Jahre und sichert Eco Stor feste Umsätze. Alpiq erhielt dafür die exklusiven Optimierungsrechte für Netzdienstleistungen sowie den Spot- und Intraday-Handel.

Société Générale begleitete Eco Stor bei der jetzigen Transaktion als Finanzberater. Die Kanzlei CMS übernahm die rechtliche Beratung und prüfte nach eigenen Angaben unter anderem grundstücksrechtliche, energierechtliche und öffentlich-rechtliche Aspekte der Transaktion.

Verkauf zeigt Investoreninteresse an Großspeichern

Die Übernahme zeigt das Investoreninteresse an bereits realisierten Großspeichern. Dabei wechselt eine Anlage mit 103,5 MW Leistung und 238 MWh Speicherkapazität den Eigentümer, sodass Eigentum und technische Betriebsführung künftig bei unterschiedlichen Unternehmen liegen. Ob die Transaktion, wie Eco Stor erklärt, bereits für eine allgemeine Reife des deutschen Speichermarktes steht, lässt sich aus dem einzelnen Verkauf allerdings nicht ableiten.

Quelle: Eco Stor GmbH / CMS | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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