Sowitec-Insolvenz: Käufer für Windparkprojekte gesucht
Foto: karlo54 / stock.adobe.comIm Zuge des Insolvenzverfahrens für Gesellschaften der Sowitec-Gruppe hat der Insolvenzverwalter den Finanzberater Capcora mit dem Verkauf von Windparkrojektrechten betraut. Wie das Unternehmen mitteilte, geht es um Projekte der SoWiTec Operation GmbH und weiteren Gesellschaften der Gruppe in einem Umfang von 32 Gigawatt (GW). Davon entfallen auf Deutschland 330 Megawatt (MW). Die übrigen Windenergievorhaben befinden sich in Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko.
„Das Mandat vereint eine anspruchsvolle Insolvenzsituation mit einem umfangreichen internationalen Portfolio im Bereich erneuerbare Energien“, sagte dazu Jochen Magerfleisch, Managing Partner bei Capcora. „Nach erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen für die Insolvenzverwaltung der eno Gruppe ist dies für uns ein weiteres wichtiges Distressed-Assets-Mandat.”
Insolvenzantrag im Juli 2026
Für mehrere Gesellschaften der Sowitec-Gruppe mit Sitz in Sonnenbühl-Willmandingen waren im Juli 2026 beim Amtsgericht Tübingen Insolvenzanträge gestellt worden. Wie die Anwaltskanzlei GÖRG dazu mitteilte, habe das Gericht GÖRG-Partner Dr. Holger Leichtle zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Sowitec group GmbH, der Sowitec International GmbH, der Sowitec Operation GmbH sowie der Sowitec Projekt GmbH bestellt. Die Sowitec Group GmbH fungiere ferner als Dachgesellschaft der Gruppe. Die drei ebenfalls insolventen 100-prozentigen Tochtergesellschaften seien für internationale bzw. nationale Projekte sowie für Dienstleistungen für die Objektgesellschaften (u.a. Wartung und Buchhaltung) zuständig.
Die Sowitec-Gruppe entwickelte seit mehr als 30 Jahren Wind- und Solarprojekte weltweit und ist nach Unternehmensangaben aktuell in 13 Ländern tätig. Zum Geschäftsmodell gehörten die Suche nach geeigneten Standorten, die Planung der Anlagen und die Einholung der erforderlichen Genehmigungen. Die Projektgesellschaften seien gewöhnlich an Investoren und Energieversorger veräußert worden, die die Parks anschließend betrieben. Die Unternehmensgruppe beschäftige rund 80 Mitarbeiter, davon etwa 30 in Deutschland, im Wesentlichen am Standort Willmandingen.
Die Insolvenzanträge wurden nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters und Mitgründers Dipl.-Ing. Frank Hummel unvermeidlich, nachdem sämtliche Versuche der Geschäftsführung, mit den Stakeholdern Lösungen zu finden, gescheitert waren. Darüber hinaus seien erwartete Zahlungen von Kunden aus Südamerika nicht fristgerecht eingegangen.
Quelle: Capcora / Görg | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH