Hälfte der Bevölkerung würde Stromverbrauch flexibel gestalten

Person an einem Schaltschrank mit smart meter.Foto: 1Komma5Grad
Smart Meter sind noch wenig verbreitet. Dann machen auch dynamischen Stromtarife wenig Sinn.
Stromverbraucher zeigen laut einer Umfrage für 1Komma5Grad ein substanzielles Interesse, den eigenen Stromverbrauch flexibel zu gestalten. Allerdings nutzen nur Wenige dynamische Tarife. Das hat mit der relativ geringen Verbreitung intelligenter Stromzähler zu tun.

Knapp die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist bereit, den eigenen Stromverbrauch flexibel an schwankende Börsenstrompreise anzupassen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Energieunternehmens 1Komma5°. Wie das Unternehmen mitteilte, seien aber dynamische Stromtarife, die genau das ermöglichen, ein Randphänomen.

Auf die Frage, inwieweit die Menschen bereit seien, den Betrieb großer Verbrauchsgeräte (z. B. E-Auto, Wärmepumpe, Waschmaschine, Geschirrspüler) in Zeiten günstiger Strompreise zu verlegen bzw. zu Zeiten höherer Preise nicht zu nutzen, antworteten zwölf Prozent, sie seien sehr bereit und würden sogar ihren Alltag aktiv danach ausrichten. 

Weitere 37 Prozent seien eher bereit und würden das zumindest mit einigen Geräten tun, wenn es sich finanziell lohne. 20 Prozent gaben an, dazu eher nicht bereit zu sein, während knapp ein Fünftel (18 Prozent) dies gänzlich für sich ausschließt. 13 Prozent machten keine Angabe.

“Dass Millionen von Menschen bereit sind, ihren Stromverbrauch flexibel an schwankende Preise anzupassen, ist eine gute Nachricht für Deutschland“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1Komma5°. „Da ist es fast schon paradox, dass nur wenige Menschen dynamische Stromtarife nutzen. Wir müssen dieses gewaltige Potenzial jetzt heben. Werden Preissignale an der Börse intelligent und automatisch an die Haushalte weitergegeben, profitieren Verbraucher von günstigem Strom und das Netz wird massiv entlastet.“

Dem Wunsch vieler nach Flexibilisierung steht die geringe Verbreitung dynamischer Stromtarife gegenüber. Denn Grundvoraussetzung, um den Stromverbrauch zu verschieben, sind ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) und ein dynamischer Stromtarif.

Lediglich sechs Prozent der Befragten geben an, einen solchen Tarif zu nutzen. Zu den am häufigsten genannten Hürden zählt die Zufriedenheit mit dem aktuellen Stromtarif (36 Prozent). 

Auf Platz zwei der Hinderungsgründe folgt die fehlende technische Ausstattung (fehlende Smart Meter) mit 22 Prozent. Zudem gaben 20 Prozent an, Sorge vor höheren Kosten als beim Festpreistarif zu haben. Weitere 18 Prozent scheuen den Aufwand, ihren Stromverbrauch manuell an schwankende Preise anzupassen.

Kostenfalle dynamischer Stromtarif

“Die hohe Zufriedenheit mit dem aktuellen Tarif ist auch ein Stück weit auf die Uninformiertheit der Stromkunden zurückzuführen“, sagt Jannik Schall. „Verbraucher in Deutschland zahlen durchschnittlich 37 Cent pro Kilowattstunde. Während Nutzer dynamischer Tarife im Schnitt deutlich weniger zahlen, wenn sie eine intelligente Steuerung nutzen und phasenweise sogar von negativen Preisen profitieren.“

Die Sorge vor teureren Preisen bei einem dynamischen Stromtarif sei ohne intelligente Steuerung aber durchaus berechtigt. Energiedaten eines echten 1Komma5°-Kunden zeigten den Unterschied an einem 48-Stunden-Zeitraum: Ungesteuert würde der Verbrauch von E-Auto oder Wärmepumpe meist auf den späten Nachmittag oder in den Abend fallen. An ausgewählten Beispieltagen würde das Kosten von über zehn Cent pro Kilowattstunde (zzgl. Steuern und Abgaben) verursachen.

Mit der Energieintelligenz Heartbeat AI bezog der Kunde den Strom dagegen vollautomatisch günstig nachts, in der ersten Nacht für knapp unter fünf Cent/kWh, in der folgenden für unter zwei Cent/kWh. Ohne Steuerung wären die Stromkosten somit mindestens 100 Prozent höher ausgefallen.

„Ein dynamischer Tarif entfaltet sein Sparpotenzial erst mit einer intelligenten Steuerung“, sagt Jannik Schall. „Die Steuerung arbeitet vollautomatisch, schützt vor Preisspitzen und senkt den eigenen Aufwand auf null. Sie lässt sich auch einfach nachrüsten und schon mit bestehenden Solaranlagen kombinieren. Das kann den durchschnittlichen Energiepreis halbieren.”

Quelle: 1Komma5° | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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