Schweiz gründet 1.860 lokale Stromgemeinschaften (LEG) im ersten Halbjahr 2026

Einfamilienhaus mit PV auf Schrägdach bei Sonnenaufgang.Foto: 3 S Swiss Solar Solutions AG
In der Schweiz können PV-Eigentümer Solarstrom über lokale Stromgemeinschaften (LEG) an den Nachbarn verkaufen.
Das Schweizer Modell, Solarstrom an den Nachbarn im Zuge einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft zu verkaufen, trifft auf reges Interesse. Im 1. Halbjahr 2026 gründeten sich bereits knapp 2.000 solcher LEG.

Seit Anfang 2026 können lokale Erzeuger von Solarstrom und anderen regenerativen Energien im Verbund mit Verbrauchern und dem regionalen Netzbetreiber lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) bilden. Einer Erhebung von Swissolar bei den 30 grössten Schweizer Verteilnetzbetreibern, ergänzt um Daten des Dastenportals LEGhub, zeigt eine rege Nachfrage nach dem Modell.

Insgesamt erfasste die Umfrage und den LEGhub 1.323 LEG. Die Netzgebiete der berücksichtigten Verteilnetzbetreiber (VNB) deckten zusammen aber nur rund 71 Prozent der Bevölkerung ab. Hochgerechnet auf die gesamte Schweiz ergibt sich zum Ende des ersten Halbjahres 2026 somit eine Anzahl von etwa 1.860 LEG. 

 Die Verbreitung der LEG sei allerdings alles andere als gleichmässig. Während in einigen Regionen schon viele LEG aktiv seien, gebe es in anderen noch gar keine umgesetzten Projekte. Gründe dafür können neben der Nachfrage auch unterschiedliche Prozesse, IT-Systeme oder Angebote der jeweiligen VNB sein. 

Auch bei der Grösse der einzelnen LEG gebe es beträchtliche Unterschiede. Über die erhobenen Daten hinweg liege die durchschnittliche Zahl der Teilnehmenden bei rund 7,2 Teilnehmenden beziehungsweise Anschlüssen pro LEG. Zwischen den einzelnen Regionen zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede: Die durchschnittliche Anzahl Teilnehmende pro LEG reiche von 3 bis 29. Neben kleinen Gemeinschaften aus wenigen Nachbarschaften entstehen auch deutlich grössere Zusammenschlüsse. 

Rund 22 Prozent produzieren selbst Strom

Rund 78 Prozent der Teilnehmenden bezögen ausschliesslich Strom, 9 Prozent produzierten ausschliesslich Strom und 13 Prozent seien Prosumer, die sowohl Strom produzieren als auch verbrauchen. Entsprechend produzierten rund 22 Prozent der Teilnehmenden selbst erneuerbaren Strom. Dieses Zusammenspiel sei zentral für eine LEG: Lokal produzierter Strom könne innerhalb der Gemeinschaft verkauft und möglichst direkt vor Ort genutzt werden.

Eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) ermögliche den Verkauf von lokal produziertem Strom im Quartier oder innerhalb einer ganzen Gemeinde. Dabei entstehe ein lokaler Markplatz, auf welchem Stromproduzent:innen und Endverbraucher:innen Strom handeln können. Die Möglichkeit, eine LEG zu bilden, werde durch die Gemeindegrenze und die Netztopologie begrenzt.

Der Tarif für den LEG- Strom lasse sich dabei frei wählen. Die Einnahmen aus dem LEG-Stromtarif gehen an den LEG-Betreibenden. Der Tarif für den Netzstrom entspreche dem von den Teilnehmern individuell gewählten Stromprodukt.

Quelle: Swisssolar | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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