Mieterstrom für 435 Wohnungen in Köln: Ossendorfer Gartenhöfe eingeweiht
Foto: Green Planet Energy Rund 70 Gäste nahmen an der Feier am 15. September 2026 teil, darunter etwa 40 Mieterinnen und Mieter sowie Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung: William Wolfgramm, Beigeordneter für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften der Stadt Köln, Judith Litzenburger vom NRW-Wirtschaftsministerium und Bezirksbürgermeister Volker Spelthann. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das größte Mieterstromprojekt mit Batteriespeicher in Nordrhein-Westfalen.
Das Quartier umfasst 435 Wohnungen in 55 Gebäuden. Zum Projekt gehören 42 Photovoltaikanlagen mit zusammen rund 750 Kilowattpeak Leistung sowie Batteriespeicher mit insgesamt 670 Kilowattstunden Kapazität. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Abschnitten und alle Gebäuderiegel sollen bis Jahresende in Betrieb sein. Green Planet Energy investierte nach eigenen Angaben 1,28 Millionen Euro in das Projekt. Die Stadt Köln bewilligte Fördermittel aus ihrem Programm „Photovoltaik – Klimafreundliches Wohnen in Köln”.
Mieterstromtarif liegt unter der Grundversorgung
Für die teilnehmenden Haushalte beträgt der Mieterstromtarif laut Green Planet Energy 28,90 Cent je Kilowattstunde. Das Unternehmen gibt an, dass er 18 Prozent unter dem örtlichen Grundversorgungstarif liegt. Als Vergleich dient der Tarif „FairRegio Strom basis“ der RheinEnergie. Die Berechnung beruht auf einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden und berücksichtigt neben den Arbeitspreisen auch die jeweiligen Grundpreise. Im Mieterstromtarif beträgt der Grundpreis 13,90 Euro im Monat. Daraus ergibt sich nach Angaben des Unternehmens eine jährliche Ersparnis von rund 160 Euro.
Die Photovoltaikanlagen erzeugen den Strom auf den Dächern des Quartiers. Batteriespeicher können einen Teil des erzeugten Stroms für eine spätere Nutzung aufnehmen. „Die Energiewende muss auch eine soziale Energiewende sein. Mieterstrom sorgt dafür, dass nicht nur Eigenheimbesitzer:innen von günstigem Solarstrom profitieren, sondern auch Mieter:innen”, sagt Nils Müller, Vorstand von Green Planet Energy.
Green Planet Energy und Die Ehrenfelder arbeiten bei Mieterstromprojekten bereits zum achten Mal zusammen. „Wir wollen unseren Mitgliedern nicht nur bezahlbaren Wohnraum bieten, sondern auch eine bezahlbare, klimafreundliche Energieversorgung”, sagt Sira Müller, Vorständin der Ehrenfelder eG.
Green Planet Energy fordert einfachere Regeln
Green Planet Energy verweist auf die Ariadne-Analyse „Gebäude- und Mieterstrom in Deutschland” von Andreas Fischer und Ralph Henger, die im Kopernikus-Projekt Ariadne erschienen ist; beide Autoren sind am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) tätig. Danach könnten auf den Dächern von rund 3,1 Millionen Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 20,1 Millionen Wohnungen Photovoltaikanlagen mit bis zu 60,4 Gigawatt installiert werden. Die Studie untersucht zudem, unter welchen Bedingungen sich Gebäude- und Mieterstromprojekte wirtschaftlich tragen.
Das Unternehmen fordert einfachere, bundesweit einheitliche Messkonzepte, verlässliche Förderbedingungen und Rechtssicherheit für Quartierslösungen. Es verweist dabei auf einen weiteren Befund der Analyse: Für ein modelliertes Gebäude mit acht Wohnungen sänke die interne Rendite eines Mieterstromprojekts bei einem Wegfall der Einspeisevergütung für überschüssigen Solarstrom von 3,6 auf 0,4 Prozent; beim Gebäudestrommodell würde sie negativ.
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Quelle: GreenPlanet Energy eG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH