Neue Norm macht Ertragspotenzial für Solarthermie transparenter
Foto: Guido BröerFür Kollektoren der Solarthermie gilt ab September 2026 mit der Aktualisierung der Norm ISO 24194 ein neues Qualitätszertifikat, das verschiedene Technologien hinsichtlich ihres Ertragspotenzials besser vergleichbar macht. Darüber informiert das Unternehmen Solar Experience, das bei der Norm-Entwicklung die Projektleitung stellt. Demnach enthalte die zweite Ausgabe der EN ISO 24194 (Solar Energy – Collector fields – Check of performance) gegenüber der 1. Ausgabe 2022 nun auch einen Prüfung des Jahresertrages.
Außerdem gelte sie jetzt gleichermaßen für nichtkonzentrierende Kollektoren (z.B. Flach und –Röhrenkollektoren) mit typischen Betriebstemperaturen bis 140°C und der Sonne nachgeführte Kollektoren, wie z.B. Parabolrinnenkollektoren, die das direkte Sonnenlicht konzentrieren und Temperaturen über 400 °C erreichen können. Damit habe die Branche nun ein gemeinsames Dokument, anhand dessen sich verschiedene Anlagen unter gleichen Bedingungen bewerten ließen. Das mache die Solarthermie unabhängig überprüfbar und ermögliche den Wettbewerb mit anderen Technologien der Wärmeerzeugung, egal ob erneuerbar oder fossil. Außerdem erhöhe es die Finanzierbarkeit durch institutionelle Investoren und Banken.
Anhand von Kollektor- und Systemparametern sowie Herstellerangaben ließen sich die tatsächlichen gemessenen Leistungs- und Ertragsdaten mit den zu erwartenden Ergebnissen auch bei wechselnden Einstrahlungswerten, Temperaturanforderungen und Betriebsbedingungen mit standardisierten Methoden überprüfen.
Damit ließen sich nun einheitliche Bedingungen in Ausschreibungen definieren, die eine schnelle und zuverlässige Abnahme der Anlage nach der Inbetriebnahme ermöglichen sollen. Ferner erlaubten sie, eine Garantie über das Volumen der zu liefernden Wärme zu geben. Berücksichtigung fänden auch Abweichungen der Einstrahlungssummen gegenüber dem Referenzjahr sowie höhere oder niedrigere Arbeitstemperaturen.
Die neue Norm sei gedacht, künftig als Grundlage für Förderbedingungen zu dienen. Sie könne damit bisherige unzureichende Regelungen ersetzen.
Quelle: Solar Experience | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH