Österreich: Peer-to-Peer-Verträge für regionalen PV-Strom
Foto: sonnenwertEU-Mitglied Österreich startet ab 1. Oktober 2026 mit einem Modell für sogenannte Peer-to-Peer-Verträge (P2P) für regional erzeugten Strom. Wie der private Anbieter Sonnenwert informierte, lasse sich überschüssiger Strom von der PV-Anlage oder einem Kleinwasserkraftwerk einfach mit Familienmitgliedern, Nachbarn oder nahe gelegenen Betrieben teilen. Dafür brauche es keine komplexe Energiegemeinschaft mehr.
In einem solchen Peer-to-Peer-Vertag regelten Erzeuger und Abnehmer die Konditionen selbst – ohne Verein oder Genossenschaft. Der Strom lasse sich mit Gewinn verkaufen oder verschenken. Ab Januar 2027 reduzierten sich zudem die Netzentgelte fürs Stromteilen im Nahebereich. Das bedeute: je näher, desto günstiger.
Die Sonnenwert – eine Tochter des PV-Anbieters Hansesun aus Vorarlberg – sei seit der Gründung 2023 auf Energy Sharing spezialisiert und ermögliche nun auch Peer-to-Peer-Stromteilen. Dabei kümmere sich das Unternehmen um die Anmeldung, die Abwicklung mit dem Netzbetreiber und die laufende Abrechnung.
„Peer-to-Peer-Stromteilen zwischen Haushalten und Firmen reduziert Verbrauchsspitzen, stabilisiert das Stromnetz und verknüpft Angebot und Nachfrage. So bleibt die Wertschöpfung vor Ort, während die Stromkosten sinken“, sagt Geschäftsführer Peter Böhler.
Produzierende Unternehmen sicherten sich über Peer-to-Peer-Verträge regionalen Strom zu planbaren Konditionen. Betreiber von privaten Photovoltaik-, Wasser- oder Windkraftanlagen fänden einen festen Abnehmer für ihre Überschüsse und müssten diese nicht zu schwankenden Marktpreisen einspeisen.
Vorarlberg erfülle laut Böhler alle Voraussetzungen für eine Modellregion. „Peer-to-Peer-Stromteilen kann ein wichtiger Baustein für die Energieautonomie werden”, so Böhler. “Das Land verfügt über eine ausgezeichnete Netzsituation, eine energieintensive Industrie und sehr viele starke, mittelständische Unternehmen.“
Quelle: Sonnenwert | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH