Zendure HEMS 2.0: Drei Modi für die Energiesteuerung

Im Bild ein Mann hinter virtuell dargestellten und miteinander vernetzten Symbolen. Er hat den Zeigefinger ausgestreckt und tippt auf ein Symbol zwischen einem Haussymbol mit PV und einem Strommast.Grafik: leowolfert / stock.adobe.com
Ein Home Energy Management System kann Photovoltaik, Speicher und steuerbare Verbraucher im Haushalt miteinander koordinieren.
Mit Zendure HEMS 2.0 können Haushalte die Steuerung ihrer Energieflüsse unterschiedlich stark automatisieren. Laut Unternehmen berücksichtigt das System dabei auch Wetterprognosen und Strompreise. Voraussetzung für die gemeinsame Steuerung von Speicher, Wärmepumpe und E-Auto sind kompatible Schnittstellen.

Zendure HEMS 2.0 ermöglicht nach Unternehmensangaben die Einbindung kompatibler Fremdgeräte unter anderem über MQTT sowie die Plattformen Home Assistant und Homey. Welche Steuerungsfunktionen verfügbar sind, hängt von der jeweiligen Schnittstelle und deren Funktionsumfang ab. Das System führt Daten zur PV-Erzeugung, zum Haushaltsverbrauch, zum Batterieladezustand und zu eingebundenen flexiblen Verbrauchern zusammen.

Zendure HEMS 2.0 bietet drei Betriebsmodi

Im ZENKI-Modus optimiert das System die Energieflüsse laut Zendure weitgehend automatisch anhand dynamischer Strompreise, Wetterprognosen und Verbrauchsdaten. Nach Angaben des Unternehmens passt der Auto-Modus die Energieflüsse an aktuelle Systembedingungen an. Im Expert-Modus können Nutzerinnen und Nutzer Zeitpläne und die Energieverteilung selbst festlegen.

Den allgemeinen Koordinationsbedarf veranschaulicht Zendure mit einem Rechenbeispiel: Eine 8-kWp-PV-Anlage liefert an einem teilweise bewölkten Nachmittag 2,4 kW. Nach Abzug einer Haushaltsgrundlast von rund 400 Watt bleiben etwa 2 kW Überschuss. Im Beispiel benötigt eine Wärmepumpe für einen Warmwasserzyklus rund 2 kW, eine einphasig ladende Wallbox mindestens rund 1,4 kW. Beide können deshalb nicht gleichzeitig vollständig mit dem verfügbaren Solarüberschuss arbeiten. Ein HEMS kann grundsätzlich Prioritäten, Betriebszeiten und gegebenenfalls die Leistungsaufnahme abstimmen. Dafür müssen die Geräte entsprechend integriert und steuerbar sein.

Geräteintegration bestimmt den Steuerungsspielraum

Neben verlässlichen Messdaten beeinflussen die Betriebsanforderungen der Geräte, wie weit sich der Stromverbrauch verschieben lässt. Wärmepumpen können Mindestlaufzeiten haben. Beim E-Auto spielt eine Rolle, wann es wieder benötigt wird. Wärme lässt sich je nach Anlage im Warmwasser- oder Pufferspeicher zwischenlagern.

Mit „Agentic HEMS“ beschreibt Zendure eine geplante Weiterentwicklung. Sie soll Erzeugungsprognosen, Strompreise, Batteriestand und erwarteten Energiebedarf kontinuierlich abwägen und zunehmend eigenständig Steuerungsentscheidungen treffen. Einen Einführungstermin nennt die Mitteilung nicht.

§ 14a: Netzleistung auf mehrere Verbraucher verteilen

Als weiteren allgemeinen HEMS-Anwendungsfall nennt Zendure die Steuerung nach § 14a EnWG. Die Mitteilung beschreibt Regeln für neu in Betrieb genommene steuerbare Verbrauchseinrichtungen seit Anfang 2024 mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung. Dazu können Wärmepumpen, private Wallboxen und Stromspeicher beim Laden aus dem Netz gehören.

Droht eine Überlastung des lokalen Stromnetzes, darf der Netzbetreiber deren Netzbezug vorübergehend reduzieren. Bei eingerichteter Steuerung über ein Energiemanagementsystem gibt er eine gemeinsame Obergrenze für die angeschlossenen steuerbaren Verbraucher vor. Das HEMS kann die verfügbare Netzleistung innerhalb dieses Rahmens bedarfsgerecht verteilen. Gleichzeitig verfügbarer Solarstrom oder Energie aus dem Batteriespeicher kann zusätzlich genutzt werden.

Eine konkrete Umsetzung dieser Steuerung mit Zendure HEMS 2.0 bestätigt die Mitteilung nicht. Für die praktische Nutzbarkeit bleibt daher entscheidend, welche Geräte das System tatsächlich mit welchen Funktionen steuern kann.

Quelle: Zendure DE GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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