Stadtwerke Weimar: Solarthermie für die Fernwärme
Foto: Guido BröerDie Stadtwerke Weimar setzen zur Modernisierung der Fernwärme auf die Versorgung mit Solarthermie. Wie der kommunale Erzeuger mitteilte, will er damit den Einsatz fossiler Energieträger im Versorgungsgebiet verringern. Nach den Planungen könne die Solarthermieanlage künftig bis zu 27 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs aus Sonnenenergie decken.
„Das Heizhaus in der Humboldtstraße verbindet zwei Welten: die aktuelle Fernwärmeversorgung mit einem klassischen Erdgaskessel und die neue Wärmeerzeugung mit der Solarthermieanlage und einem zusätzlichen Wärmespeicher“, erklärt Fernwärme-Bereichsleiter Robert Kette.
Die Solarthermieanlage umfasse eine Kollektorfläche von 387 Quadratmetern. Hinzu kämen außerdem 144 Photovoltaik-Module mit einem Jahresertrag von rund 51.000 Kilowattstunden (kWh) Strom. Der erzeugte Strom werde mithilfe von Power-to-Heat-Anlagen in Wärme umgewandelt und in das bestehende Wärmesystem eingespeist.
Die Stadtwerke planen künftig auch Wärme aus gereinigtem Abwasser der Kläranlage für die lokale Wärmeversorgung zu nutzen. Ferner wollen sie bestehende Wärmenetze miteinander verbinden und einen saisonalen Wärmespeicher errichten.
Digitalisierung der Fernwärme
Parallel dazu trieben die Stadtwerke auch die Digitalisierung ihrer Fernwärmeversorgung voran. Dafür wollen sie intelligente Hausanschlussstationen (iHast) integrieren. Sie erfassten Messdaten und helfen, den Betrieb des Fernwärmenetzes gezielter zu steuern. Die gewonnenen Daten ermöglichten es, die Erzeugungsanlagen effizienter auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen und Brennstoff einzusparen.
„Die iHAST-Stationen werden künftig noch wichtiger, wenn Wärme aus unterschiedlichen Quellen ins Netz eingespeist wird. Sie helfen uns, die verschiedenen Einspeisungen besser aufeinander abzustimmen und die Wärmeversorgung effizienter zu gestalten. Wie das funktioniert, zeigen wir auch bei der Langen Nacht der Wissenschaften“, verrät Robert Kette abschließend.
Die Solarthermieanlage sowie das iHast-Projekt erhalten eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2021-2027.
Quelle: Stadtwerke Weimar | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH