Rabot Energy plant ab 2027 Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen
Foto: reimax16 /stock.adobe.com Der Stromanbieter Rabot Energy steigt in die Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen ein. Hintergrund ist laut einer Unternehmensmitteilung die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Sie verändere schrittweise die Vermarktung von Solarstrom aus kleinen Photovoltaikanlagen. Mit dem Übergang von der klassischen festen Einspeisevergütung in die Direktvermarktung werde ein Geschäftsmodell, das bislang vor allem bei größeren Anlagen verbreitet ist, auch für private Anlagenbetreiber relevant.
Die Bundesregierung sieht mit der geplanten EEG-Novelle einen schrittweisen Übergang kleiner PV-Anlagen in die Direktvermarktung vor. Für Anlagen unter 25 Kilowatt soll dieser Übergang unter anderem durch einen zeitlich begrenzten Direktvermarktungsbonus erleichtert werden. Gleichzeitig erreichen immer mehr Anlagen das Ende ihrer 20-jährigen EEG-Förderung. Damit wachse der Bedarf an Vermarktungsmodellen, die auch für kleinere Anlagen wirtschaftlich und technisch umsetzbar sind.
Direktvermarktung mit fester Vergütung
Rabot Energy wolle dafür ein einfaches Modell anbieten. Kundinnen und Kunden sollen einen festen Preis für den Strombezug aus dem Netz sowie eine feste Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten. Nach aktuellen Energiepreisen und PV Profilen für 2027 könnte der Einspeisewert sogar höher als 12 ct/kWh liegen und damit deutlich attraktiver als die EEG Vergütung (ca. 8 ct/kWh) sein. Beides soll über einen Vertrag und eine Abrechnung laufen und sich damit anfühlen wie bisher in der sicheren EEG Vergütung. Das Marktpreisrisiko der Einspeisung liege dabei beim Vermarkter und nicht beim Anlagenbetreiber.
„Mit der geplanten EEG-Reform verändert sich der Markt für kleine PV-Anlagen grundlegend. Direktvermarktung wird damit auch für Haushalte relevant, die bislang mit der festen Einspeisevergütung kaum Berührung hatten. Wir wollen diesen Übergang mit einem einfachen Modell begleiten und dabei die Flexibilität von Speichern und Energiemanagement nutzbar machen“, sagt Jan Rabe, Co-Gründer und CEO von Rabot Energy.
Speicher und Energiemanagement Schlüssel zur Vermarktung
Der Ansatz des Stromversorgers setzt dabei auf die Kombination aus Direktvermarktung, Batteriespeicher und Energiemanagement. Denn der Wert des Solarstroms hänge nicht allein davon ab, wie viel Strom eine Anlage erzeuge, sondern auch davon, wann dieser Strom ins Netz gelange. Bei hoher Solarstromproduktion fallen die Börsenpreise häufig, während in anderen Stunden höhere Preise erzielt werden können. Ein Speicher ermögliche es, den Solarstrom zunächst zwischenzuspeichern und die Einspeisung zeitlich zu verschieben.
Rabot Energy wolle dafür bestehende Energiemanagementsysteme anbinden, anstatt eigene Steuerungshardware vorauszusetzen. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit mehreren Anbietern von Energiemanagementsystemen, darunter Kiwigrid und E3/DC. Voraussetzung für die Teilnahme am Modell seien ein kompatibles Energiemanagementsystem, ein intelligentes Messsystem und ein Heimspeicher.
„Für die Vermarktung kleiner PV-Anlagen wird künftig nicht nur entscheidend sein, wie viel Strom produziert wird, sondern auch, wann er eingespeist wird. Speicher und Energiemanagement schaffen dafür die notwendige Flexibilität. Unser Ziel ist es, diese Infrastruktur mit der Vermarktung zu verbinden, ohne dass Anlagenbetreiber dafür zusätzliche Hardware benötigen“, sagt Niklas Riplinger, Commercial Lead für Energie-Ökosysteme bei Rabot Energy.
Neue Rolle für Solarfachbetriebe
Auch für Solarfachbetriebe verändere sich damit die Beratung rund um Photovoltaikanlagen. Neben Erzeugung, Eigenverbrauch und Speicher werde künftig zunehmend die Frage relevant, wie überschüssiger Solarstrom vermarktet werde. Rabot Energy will die Direktvermarktung deshalb über die bestehenden Strukturen der Energiemanagementanbieter in den Installationsmarkt bringen.
Für Anlagenbetreiber übernehme Rabot Energy die Vermarktung und die damit verbundenen Prozesse. Dazu gehörten insbesondere die Anmeldung, die Abrechnung und die Kommunikation mit den beteiligten Marktpartnern. Solarfachbetriebe könnten ihr Interesse an dem Angebot bereits heute hinterlegen.
Allein in Deutschland gebe es laut Bundesnetzagentur 6.230.000 Photovoltaikanlagen (Stand: Juli 2026) im relevanten Leistungsbereich. Mit der geplanten Reform entstehe damit schrittweise ein Markt, in dem auch kleinere Anlagen stärker an die Strommärkte angebunden werden.
Das Direktvermarktungsangebot des Unternehmens soll 2027 starten. Interessierte Anlagenbetreiber können sich bereits heute informieren und ihr Interesse hinterlegen. Die konkreten Konditionen werden zum Marktstart veröffentlicht.
Quelle: Rabot Energy | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH