Unter PV erzeugte Bioeier?

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Ist die Produktion von Bioeiern zu teuer? Muss nicht sein, argumentiert Hans-Josef Fell. Freilandhaltung in Kombination mit PV-Anlagen könnte die Eier über Doppelnutzungen sogar wettbewerbsfähig zu Käfig-Eiern werden. Foto: pixabay.com

Hans-Josef Fell nimmt den aktuellen Eierskandal um das Insektizid Fipronil zum Anlass, um mit einer verbreiteten Mär aufzuräumen, dass die Produktion von Bioeiern zu teuer sei. Warum Photovoltaik hier hilft, erläutert er in seinem nachfolgenden Beitrag und verweist dabei auf praktizierte Beispiele in China. Geht auch in Deutschland, sagt er. Trotz Restriktionen seitens des EEG.

„Schnell vergessen die Menschen und glauben, dass die in tierquälender Massentierhaltung erzeugten Eier seien in Ordnung und kaufen sie millionenfach, weil vielen die Bioeier zu teuer erscheinen. Sie essen damit lieber die innerhalb der gesetzlichen Rahmen erlaubten, aber dennoch ungesunden Rückstände von Antibiotika und Pestiziden. Jetzt sind wieder alle entsetzt, wenn nun auch noch neben den unterhalb der Grenzwerte liegenden erlaubten Giften fipronilhaltiges Anti-Läusemittel unerlaubt in den Eiern auftaucht.

Bioeier sind zu teuer, heißt es dann schnell. Sonst betonen aber doch die Menschen, die Gesundheit sei ihr höchstes Gut. Aber wenn es um das Essen geht, muss es billig sein. Egal ob man davon krank wird, das Fleisch tierquälerisch erzeugt oder das Klima geschädigt wird.

Viele Eiproduzenten winken schnell ab, wenn sie gefragt werden, ob sie nicht mehr Bioeier aus artgerechter Tierhaltung produzieren können. Viel zu teuer heißt es da. Der Flächenverbrauch für die freilaufenden Hühner sei zu hoch und damit die Pacht. Der Bau von notwendigen sommerlichen Schattenspendern für die Hühner und aufwändige Netze, die gegen Raubvögel und Füchse schützen, seien eben auch nicht billig.

In China findet man inzwischen intelligente Lösungen. Unter schattenspendenden PV-Modulen leben artgerecht gehaltene Hühner, Enten und Puten.

Zwischen den Modulen lassen sich kostengünstig die Schutznetze bauen. Einzäunungen verlangen sowieso die Versicherungsgesellschaften. In vielen trockenen Gegenden wie Mainfranken oder Brandenburg lässt der Schatten der Module auch noch das Gras besser wachsen, womit das Geflügel mehr Nahrung findet. Neben Bioeiern und Biogeflügel produziert der Landwirt damit auch Solarstrom und hat einen doppelten ökonomischen Nutzen. Da können Bioeier billig werden.

Geht aber leider nicht in Deutschland, hört man dann vielfach. Ja, natürlich ist im EEG die landwirtschaftliche Nutzung außer extensiver Schafhaltung unter PV-Freiflächenanlagen nicht erlaubt. Ein Fehler, der vom Bauernverband und dem Landwirtschaftsminister in aller Blindheit vor den großen Möglichkeiten der Doppelnutzung vom PV-Acker aufrechterhalten wird.

Aber es ginge auch ohne EEG. Es gibt viele Produktionsbetriebe, die günstigen Strom wollen. Der Solarstrom vom Bauern im angrenzenden Feld wäre willkommen. Eine eigene kurze Leitung dafür ist nicht unerschwinglich. Doch die Bauern fürchten zu Recht den großen rechtlichen und bürokratischen Aufwand, den sie dann als Energieversorger leisten müssen. Aber auch dieses kann ihnen in Kooperation mit einem Ökostromhändler abgenommen werden.

Mit vernetztem Denken und Handeln könnten sogar Bioeier wettbewerbsfähig mit Eiern aus der gesundheitsschädlichen und tierquälenden Massenhühnerhaltung werden.“

 

Der Beitrag ist auch nachzulesen auf Fells Homepage www.hans-josef-fell.de

 

7.8.2017 | Quelle: Hans-Josef Fell | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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