IHS: Preise chinesischer Photovoltaik-Module stiegen im Juni 2013 in Europa um 4 %

IHS geht davon aus, dass die Photovoltaik-Modulpreise im Juli und September 2013 noch einmal steigen
IHS geht davon aus, dass die Photovoltaik-Modulpreise im Juli und September 2013 noch einmal steigen

IHS Inc. (Englewood, Colorado, USA) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, laut dem der durchschnittliche Preis für kristalline Silizium-Module aus China in Europa im Juni 2013 um 4 % auf 0,54 Euro pro Watt stieg. Das liege hauptsächlich an den vorläufigen Antidumping-Zöllen.

Der “PV Price Tracker – Modules” rechnet damit, dass die Preise auch im Juli und September 2013 steigen und 0,55 Euro je Watt erreichen. Dies werde negative Folgen für europäische Photovoltaik-Projektentwickler und Installateure haben, so die Marktforscher.

“Als Deutschland im April 2012 beschloss, die staatliche Photovoltaik-Förderung zu kürzen, wurden chinesische Billigmodule zum Wachstumsmotor im europäischen Solar-Markt. Sie machten einen weiteren Ausbau möglich“, sagte Dr. Henning Wicht, Solar-Forschungsdirektor von IHS.

„Die Ära der billigen chinesischen Photovoltaik-Module ist jedoch vorbei, seit die EU-Kommission vorläufige Antidumping-Zölle verhängt hat. Das wirkt sich negativ auf den PV-Zubau aus und wird wahrscheinlich einige EPC-Unternehmen (Planung, Lieferung und Bau) dazu zwingen, ihr Geschäft dieses Jahr aufzugeben.”

Die Juni-Zahlen von IHS entsprechen in etwa denen der pvXchange GmbH (Köln), die einen Preisanstieg von 3,7 % für chinesische c-Si-Module meldete.


Mehrkosten werden an Käufer weitergegeben

Vor dem Anstieg im Juni waren die Preise für chinesische Photovoltaik-Module – mit Ausnahme von Februar 2013 - 48 Monate lang gesunken.

Nach Ansicht der Marktforscher haben sich die 11,8-prozentigen Mehrkosten für die vorläufigen Zölle direkt in einem Preisanstieg für die Käufer niedergeschlagen. Einige chinesische Lieferanten hatten im Mai und Anfang Juni 2013 Photovoltaik-Module nach Kroatien verkauft, um die Zölle zu umgehen, bevor das Land in die EU beitrat.

 

Photovoltaik-Preise im Herbst hängen von Verhandlungen zwischen der EU und China ab

Im Herbst 2013 werden die PV-Preise hauptsächlich davon abhängen, ob sich die EU und China in Verhandlungen auf einen Zollsatz einigen. Ist dies nicht der Fall, werden die Preise für Photovoltaik-Produkte aus China dramatisch steigen, mit entsprechenden Folgen, betont IHS.

„Wenn ein Zollsatz von 47,6 Prozent wirksam wird, werden weltweite Lieferketten und Preise für Photovoltaik-Module dramatisch durchgeschüttelt“, sagte der Photovoltaik-Analyst Glenn Gu. „Chinesische Anbieter werden zunächst fast alle Lieferungen nach Europa aussetzen.“

„Um den europäischen Markt weiter zu bedienen, werden sie versuchen, ihre Produktionskapazität in andere Länder auszulagern, entweder über ihre Auslandsniederlassungen oder über Vereinbarungen mit nicht-chinesischen Modulherstellern. Aber selbst wenn das gelingt, ist die Versorgung zunächst unterbrochen und sorgt wahrscheinlich dafür, dass die Modulpreise in den nachfolgenden Monaten um 12 – 20 % steigen.”

Der Preisanstieg in Europa wurde laut IHS durch sinkende Preise in Japan ausgeglichen, da die chinesischen Anbieter dort die Preise drücken.

 

 

24.07.2013 | Quelle: IHS | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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