Gehrlicher Solar AG: Investorengespräche kurz vor dem Abschluss; Kompromiss im Photovoltaik-Handelsstreit nützt niemandem

Allein in Rumänien errichtet Gehrlicher Solar fünf Photovoltaik-Anlagen mit einem Volumen von mehr als elf Millionen Euro. Bild: Referenzanlage in der Region Mures
Allein in Rumänien errichtet Gehrlicher Solar fünf Photovoltaik-Anlagen mit einem Volumen von mehr als elf Millionen Euro. Bild: Referenzanlage in der Region Mures

Nur wenige Wochen nach dem Insolvenzantrag der Gehrlicher Solar AG (Dornach b. München) zeichne sich eine Lösung für die Zukunft des Photovoltaik-Traditionsunternehmens ab, berichtet der vorläufige Insolvenzverwalter Oliver Schartl von der Münchener Kanzlei Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen.

Insbesondere die Investorensuche für die erfolgreich wachsende operative Tochtergesellschaft in den USA verläuft laut Schartl erfolgreich.

 

Verkauf des US-Geschäfts bereits absehbar

„Ich sehe sehr gute Chancen die Gehrlicher Solar America Corporation zeitnah an einen Investor veräußern zu können“, sagte Schartl. Die Sondierungsgespräche im Rahmen der Investorensuche, die von einem deutschen und einem US-amerikanischen M&A-Beratungsunternehmen begleitet wird, seien bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium.

Schartl zufolge werden parallel Solar-Projekte, die sich im Bestand der Tochtergesellschaften in Italien und Spanien befinden, sowie vorhandene Projektrechte, durch ein M&A-Beratungsunternehmen am Markt angeboten.

 

Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bis Ende September gesichert

Er bekräftigte, dass die Auslandsgesellschaften der Gehrlicher Solar AG stabil liefen und nicht direkt von dem Insolvenzantrag betroffen seien. Für die Gehrlicher Solar AG prüft Schartl mit seinem Team und dem Unternehmens-Management derzeit die Möglichkeiten eines Insolvenzplanverfahrens mit Hinzunahme eines Investors, um große Teile von Gehrlicher auch in Zukunft weiter erhalten zu können.

Inzwischen sei es in enger Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss gelungen, den Betrieb zu stabilisieren und die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter über eine kollektive Insolvenzgeldvorfinanzierung zu sichern.

„Alle Mitarbeiter erhalten bis einschließlich September Insolvenzgeld“, sagte Schartl. Der Geschäftsbetrieb könne vorerst in allen Bereichen unverändert fortgeführt werden.

 

Laufende Photovoltaik-Projekte, vorrangig in Rumänien, können planmäßig fertig gestellt werden

„Die Banken haben einen Massekredit in Höhe von mehreren Millionen bewilligt, so dass die laufenden Baustellen der Gehrlicher Solar AG zur Errichtung von Solarparks in Europa, vorrangig in Rumänien, planmäßig fertig gestellt werden können“, teilte Schartl weiter mit. Allein in Rumänien errichte das Unternehmen fünf Photovoltaik-Anlagen mit einem Volumen von mehr als elf Millionen Euro.

Der bereits vor der Insolvenz begonnene Restrukturierungsprozess des Unternehmens wird nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters weiter umgesetzt, um die Gehrlicher Solar AG am Markt besser aufstellen zu können.

„Ich gehe davon aus, dass die Gehrlicher Solar AG in großen Teilen erhalten werden kann“, sagte Schartl. Das Unternehmen habe das Potenzial, sich dauerhaft in der hart umkämpften Branche behaupten zu können.

 

Insolvenzverwalter Schartl: Weltweite Zukunftsperspektiven der Photovoltaik sind sehr gut

„Langfristig betrachtet sind die weltweiten Zukunftsperspektiven der Photovoltaik sehr gut. Die sinkenden Gestehungskosten der letzten Jahre machen Solarstrom international zunehmend wettbewerbsfähiger im Vergleich zu herkömmlichen Energieformen“, sagte Schartl.

 

Vorstandsmitglied Richard von Hehn: Weiterhin Arbeitsplätze auf allen Ebenen der Photovoltaik-Wertschöpfungskette gefährdet

„Den Kompromiss im EU-Handelsstreit mit China beurteilen wir nur insofern als positiv, als er wenigstens wieder für eine gewisse Planungssicherheit im Markt sorgen wird. Grundsätzlich nützt der Deal allerdings niemandem, da er weiterhin Arbeitsplätze auf allen Ebenen der PV-Wertschöpfungskette gefährdet“, sagte Richard von Hehn, Vorstandsmitglied der Gehrlicher Solar AG, der unter anderem den weltweiten Einkauf verantwortet und sich als Chief Operating Officer (COO) auf das europäische Geschäft konzentriert.

Die politische Diskussion um Anti-Dumping-Strafzölle hatte monatelang für unnötige Verunsicherung in der Solarindustrie und vor allem bei Investoren gesorgt.

 

 

05.08.2013 | Quelle: Gehrlicher Solar AG; Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen (MHBK) | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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