Nachhaltiges Quartier in Berlin setzt auf PV und Biogas

Zwei Berliner Neubauten in Holzbauweise mit PV auf den Dächern.Foto: Stefan Flach / www.filterdesign.de
Zwei neue Klimabauten in Berlin bieten Mieterstrom an.
Ein neues Stadtquartier in Berlin setzt Photovoltaik und Biogas aus Reststoffen ein und unterstützt so seinen Nullemissionsstatus. Zusätzliches Angebot ist Mieterstrom.

Ein neues nachhaltiges Quartier in Berlin nutzt PV und Biogas für seine Mieter, unter anderem für Mieterstrom. Darüber berichtet die Berliner Energieagentur GmbH (BEA). Der Standort ist die Schleizer Straße im Stadtteil Alt-Hohenschönhausen. Beteiligt sind neben der BEA die KlimaGut Immobilien AG und die Peter Ruge Architekten GmbH. „Mehr Klimaschutz im Gebäudebereich ist momentan kaum möglich“, sagte Fabian Tacke, Vorstand der KlimaGut Immobilien AG. Bau und Betrieb basieren auf einem nachhaltigen Ansatz. Zudem handele es sich um ein zertifiziertes Netto-Nullemissionshaus, das im Betrieb mehr CO2 einspart als emittiert.

„Angefangen über die Verwendung besonders hochwertiger und langlebiger Baustoffe, über die klimapositive Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien bis hin zur Holzhybridbauweise. Dieses Projekt ist sowohl in Bezug auf den Bau als auch den Betrieb vorbildlich“, so Tacke. „Zudem haben wir auch besonderen Wert auf die Sozialverträglichkeit gelegt und leistbare Mieten und Energiepreise, betreutes Wohnen, Barrierefreiheit, Flächeneffizienz und eine ausgewogene Mischung der Mieter:innen in unser Konzept integriert“.

Mieterstrom aus PV und Reststoff-BHKW

„In der Schleizer Straße haben wir viele dezentrale Klimaschutztechnologien einbezogen, die uns als Energieversorger und -dienstleister momentan zur Verfügung stehen“ sagte Michael Geißler, Geschäftsführer der BEA. Die Solaranlage auf einem begrünten Dach und das mit aus Reststoffen gewonnene Biogas gespeiste 16 Kilowatt starke Blockheizkraftwerk (BHKW) sorgten dafür, die Neumieter:innen besonders CO2-arm mit Strom und Wärme zu versorgen. Sie können den auf den Dächern ihrer Wohnhäuser produzierte Mieterstrom zudem als günstigen BEA-Kiezstrom® beziehen. „Mit unserem Mieterstromangebot sind wir rund 20 Prozent günstiger als der örtliche Grundversorgungstarif“, sagte Michael Geißler. Auch die Wärmekosten liegen laut BEA deutlich unter dem üblichen Marktniveau.

Wie bei allen neueren Projekten installierte die BEA die PV-Anlagen mit zusammen 50 Kilowatt Leistung auf begrünten Dächern. Darüber hinaus versorgen die vor dem Gebäude installierten Ladepunkte die Halter:innen von Elektroautos mit umweltfreundlichem Ladestrom. „Photovoltaik in Verbindung mit einem Gründach ist in Städten eine ideale Kombination, um dezentral mehr sauberen Strom zu erzeugen und gleichzeitig mehr bewachsene Flächen für ein besseres Stadtklima zu schaffen“, sagte BEA-Geschäftsführer Michael Geißler. Die Gründächer wirkten für das Gebäude zudem wie eine natürliche Klimaanlage und Wärmedämmung.

Insgesamt wurden in der Schleizer Straße 42 Mietwohnungen errichtet. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar und zu einem großen Teil barrierefrei nutzbar. „Von Anfang war es das Ziel, die unterschiedlich gewünschten Wohnungstypen und -größen kompakt zu planen, um somit leistbare Mieten zu ermöglichen und den Ressourcenverbrauch zu minimieren“, sagte Matthias Matschewski, Partner bei Peter Ruge Architekten GmbH. Zudem seien keine kritischen Baustoffe wie PVC, Halogene, Styropor und Aluminium verwendet worden.

2.9.2021 | Quelle: BEA | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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