Internationale Solarallianz will globales Solarstrom-Netz aufbauen

Solarstrom-Hybrid-Anlagen in SomaliaFoto: stock.adobe.com / Sebastian
In sonnenreichen Ländern - wie hier in Somalia - will die Initiative Stromnetze stärken und miteinander verbinden.
Die Internationale Solarallianz (ISA) will die Stromnetze von 140 Ländern enger miteinander verbinden. Das Ziel ist, dass Solarstrom leichter von einem Land ins andere fließen kann.

Das Konzept für das Solarstrom-Netz mit dem Titel „Green Grids Initiative – One Sun One World One Grid“ (GGI-Osowog) wurde auf der COP26 Klimakonferenz in Glasgow vorgestellt. Entstanden ist die ISA bereits im Jahr 2015 auf der Klimakonferenz COP21 in Paris. Sie versteht sich als Plattform für die internationale Zusammenarbeit von Regierungen, Organisationen und Unternehmen für eine stärkere Solarenergienutzung.

Die Idee erinnert auf den ersten Blick an das Desertec-Projekt, bei dem es darum gehen sollte, Solarstrom aus Afrika nach Europa zu bringen. Doch das globale Solarstrom-Netz der ISA soll stattdessen nach und nach aus Einzelnetzen zusammenwachsen. Die erste Phase soll sich auf den Nahen Osten, Südasien und Südostasien konzentrieren. Im zweiten Schritt soll Afrika im Fokus stehen. Erst zuletzt soll ein globaler Verbund „grüner Netze“ entstehen.

Der indische Premierminister Narendra Modi habe das Global-Grid-Konzept bereits im Oktober 2018 auf der ersten Versammlung der ISA angekündigt. Im Mai 2021 habe das Vereinigte Königreich technische, finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung zugesagt. Die „One-Sun-Erklärung“, die das Konzept begleitet, wird bisher von 80 Ländern unterstützt. Auch die Weltbankgruppe ist beteiligt.

Netz soll Solarstrom zwischen Regionen transportieren

Durch das Verbundnetz soll es leichter werden, Solarstrom überall dort zu erzeugen, wo die Sonne scheint, und in die Gebiete zu transportieren, wo er besonders benötigt wird. Dafür soll nun eine globale Koalition aller Stakeholder entstehen, von Parlamenten über Banken bis zu Netzbetreibern. Durch den internationalen Austausch von Solarstrom soll die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern sinken. Für das Mammutprojekt will die ISA bis 2030 rund 1 Billion US-Dollar zusammentrommeln.

Der indische Premierminister Narendra Modi sagt: „One Sun One World One Grid wird nicht nur den Speicherbedarf verringern, sondern auch die Rentabilität von Solarprojekten verbessern. Diese kreative Initiative wird nicht nur den CO2-Fußabdruck und die Energiekosten verringern, sondern auch einen neuen Weg der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern und Regionen eröffnen.“

ISA Generaldirektor, Ajay Mathur ergänzt: „Dieses Netz hat das Potenzial, ein modernes technisches Wunderwerk und ein Katalysator für die wirksame Eindämmung des Klimawandels im nächsten Jahrzehnt zu sein. Die One Sun Declaration ist gelebter Multilateralismus.“

04.11.2021 | Quelle: ISA | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen