RWE kauft kurzfristig Solar- und Windstrom aus Altanlagen ein

Windkraftanlagen von Nordex auf Gittermasten.Foto: Guido Bröer
Energieversorger RWE sucht kurzfristig nach Ökostrom von ausgeförderten Windenergie- und Photovoltaikanlagen.
Die Nachfrage für Grünstrom ist aktuell so hoch, dass Energieversorger RWE für 2025 und 2026 kurzfristig 3 Terawattstunden Grünstrom von externen Kraftwerken einkaufen will. Betreiber von PV- und Wind-Altanlagen können Angebote einreichen.

Der Energieversorger RWE bittet um Angebote von Solar- und Windstrom aus Altanlagen, die keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Wie der Essener Konzern mitteilte, verzeichnet die Energiehandelstochter RWE Supply & Trading derzeit eine hohe Nachfrage nach kurzfristigen Grünstromlieferverträgen. Die verstärkte Nachfrage komme aktuell von Unternehmenskunden. Daher habe RWE im Juli einen sogenannten „Green Tender“ gestartet, um zusätzliche Grünstrommengen anzukaufen. Die Ausschreibung laufe ferner bis zum 16. August 2024. In diesem Zeitraum möchte das Unternehmen bis zu 3 Terawattstunden Ökostrom für die Lieferjahre 2025 und 2026 einwerben.

Die Ausschreibung richte sich vor allem an Betreiber von Wind- und Solarparks, die ihre Anlagen in der „Sonstigen Direktvermarktung“ anbieten möchten, etwa weil sie keine EEG-Förderung mehr erhalten. Interessierte Stromerzeuger können sich dabei direkt an RWE wenden. Das Unternehmen werde ihre Angebote anhand der gelieferten Daten bewerten. Passe der angebotene Preis, kauft RWE die Mengen direkt für Kunden an, die ihre Bedarfe über kurzfristige Lieferverträge abdecken möchten. Die Erzeugungsanlagen der Direktvermarktungskunden ergänzen RWEs Portfolio an Erneuerbaren Energien. RWE vermarktet ihre eigenen Windkraft- und PV-Anlagen vorrangig über langfristige Grünstromlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA).

Der Markt für PPAs boomt, erklärte RWE weiter mit Verweis auf eine Marktanalyse der Deutschen Energieagentur. Demnach habe sich die Zahl der PPA-Abschlüsse in Deutschland im vergangenen Jahr beinahe verdoppelt. Dieser Trend setze sich 2024 fort. Treiber der Nachfrage seien vor allem Großunternehmen, die ihren Strombedarf zunehmend mit nachhaltig erzeugtem Strom decken wollten. Ein weiterer Treiber sei die Förderrichtlinie zur Strompreiskompensation. Sie verlange seit September 2022, dass Unternehmen sogenannte „ökologische Gegenleistungen“ erbringen müssen, um die Kompensation zu erhalten. Eine Möglichkeit, diese Anforderung zu erfüllen, ist der Bezug von Grünstrom durch entsprechende PPAs.

Quelle: RWE | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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