Cybersicherheit und Photovoltaik: Zentrale Rolle für Monitoring-Plattformen

Ein Mensch mit Kapuze vor Bildschirmen, Refu warnt vor Schwachstellen in Monitoring-Plattformen von Photovoltiak-Anlagen als Gefahr für die Cybersicherheit.Illustration: Massimo-Torado / stock.adobe.com
Mit zunehmender Vernetzung steigt das Risiko, dass Unbefugte Schwachstellen in Monitoring-Plattformen nicht nur lokal im Solarpark, sondern systemweit ausnutzen.
Monitoring-Plattformen haben sich zu zentralen Steuerungs- und Managementsystemen für große Photovoltaik-Anlagen entwickelt. Unautorisierte Zugriffe können nicht nur Ertragsverluste, sondern im Extremfall auch Netzstörungen verursachen. Umso wichtiger ist die IT-Sicherheit der Monitoring-Plattformen.

Ganz neu ist das Thema IT-Sicherheit in der Photovoltaik nicht. Trotzdem wurde es im Anlagenbetrieb lange eher mitgedacht als aktiv gestaltet. Das ändert sich gerade spürbar. Photovoltaik-Anlagen haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Während sie früher vor allem als dezentrale Stromerzeuger fungierten, sind sie heute zunehmend digital vernetzte, fernsteuerbare Systeme, die aktiv in das Stromnetz eingebunden sind. Mit dieser Entwicklung wächst nicht nur ihre Bedeutung für die Energiewende, sondern auch ihre Angriffsfläche für Cyberrisiken.

Insbesondere bei gewerblichen und großen PV-Anlagen übernehmen digitale Systeme heute zentrale Funktionen im Betrieb – von der Fernüberwachung über die Leistungsregelung bis hin zur Einbindung in Direktvermarktung und Netzmanagement.

Monitoring-Systeme werden zur Schaltzentrale

Monitoring-Plattformen haben sich dabei von reinen Ertragsauswertungstools zu zentralen Steuerungs- und Managementsystemen für Photovoltaik-Anlagen entwickelt. Über sie lassen sich:

  • Wechselrichter aus der Ferne konfigurieren
  • Leistungsbegrenzungen umsetzen
  • Fehlermeldungen analysieren
  • Betriebsdaten langfristig dokumentieren

Damit rücken Monitoring-Systeme technisch und organisatorisch in eine Schlüsselposition. Ein Ausfall oder unautorisierter Zugriff kann nicht nur Ertragsverluste verursachen, sondern im Extremfall auch Netzstörungen oder regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen.

Typische Cyberrisiken im Anlagenbetrieb

In der Praxis zeigen sich immer wieder ähnliche Schwachstellen:

  • unzureichend gesicherte Fernzugänge
  • veraltete Kommunikationsprotokolle
  • fehlende Trennung von Anlagen- und Unternehmensnetzwerken
  • Cloud-Anbindungen ohne klar definierte Sicherheitsarchitektur

Gerade bei Bestandsanlagen hat man das Thema IT-Sicherheit häufig erst nachträglich berücksichtigt. Mit zunehmender Vernetzung steigt jedoch das Risiko, dass Täter Schwachstellen nicht nur lokal, sondern systemweit ausnutzen.

Regulatorische Anforderungen nehmen zu

Parallel zur technischen Entwicklung wächst der regulatorische Druck. Neue Vorgaben zur IT- und Informationssicherheit, etwa im Umfeld kritischer Infrastrukturen, betreffen zunehmend auch Betreiber größerer Energieerzeugungsanlagen. Gefordert werden unter anderem:

  • sichere Datenübertragung
  • klare Verantwortlichkeiten und Zugriffsrechte
  • nachvollziehbare Dokumentation von Eingriffen
  • Schutz vor unautorisierten Steuerbefehlen

Monitoring-Plattformen spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie häufig den einzigen zentralen Zugangspunkt zur Anlage darstellen.

Anforderungen an zukünftige Monitoring-Plattformen

Vor diesem Hintergrund müssen Monitoring-Systeme künftig mehr leisten als reine Datensammlung. Wichtige Anforderungen sind:

  • Verschlüsselte Kommunikation zwischen Anlage, Gateway und Plattform
  • Rollen- und Rechtemanagement für Betreiber, Servicepartner und Netzbetreiber
  • Lückenlose Protokollierung von Zugriffen und Änderungen
  • Zentrale Update- und Wartungsmechanismen, um Sicherheitslücken zu schließen

Damit werden Monitoring-Plattformen zu einem wesentlichen Bestandteil der IT-Sicherheitsarchitektur von PV-Anlagen.

Vom Optionalen zum betrieblichen Muss

Während Cybersecurity im PV-Bereich lange als Randthema galt, entwickelt sie sich zunehmend zu einem betriebsentscheidenden Faktor. Betreiber stehen vor der Aufgabe, technische Verfügbarkeit, wirtschaftlichen Betrieb und regulatorische Anforderungen miteinander zu verbinden.

Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Betrieb von Wechselrichter- und Monitoringlösungen – etwa bei Unternehmen wie Refu, die seit vielen Jahren im Industrie- und Utility-Segment tätig sind – zeigen, dass man die IT-Sicherheit zunehmend bereits in der Systemarchitektur mitdenken muss und sie nicht nachträglich ergänzen kann.

Wachsende Verantwortung

Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Energiewirtschaft wächst die Verantwortung für einen sicheren Anlagenbetrieb. Monitoring-Plattformen entwickeln sich dabei von reinen Beobachtungswerkzeugen zu zentralen Sicherheits- und Steuerungssystemen. Für Betreiber größerer PV-Anlagen wird Cybersicherheit damit zu einem integralen Bestandteil eines zukunftsfähigen Betriebs – technisch, wirtschaftlich und regulatorisch.

Bisher standen vor allem Photovoltaik-Wechseltichter im Fokus, etwa in der NIS-2-Gesetzgebung.

Quelle: Refu Elektronik GmbH | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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