Praxistest: Photovoltaik-Eigenverbrauch durch bidirektionales Laden und Energiemanagement steigern

Ein Mann lädt sein Elektroauto, die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) testet wie das Elektroauto als Stromquelle dienen kann.Foto: LEW
Der Feldversuch zum bidirektionalen Laden startete im November – und wird bis November 2026 fortgeführt.
Drei Haushalte im Netzgebiet des Energieversorgers LEW testen wie bidirektionales Laden und Energiemanagement den PV-Eigenverbrauch in Einfamilienhäusern erhöhen kann und welche neuen Möglichkeiten der Teilnahme am Energiemarkt entstehen können.

Der Augsburger Energieversorger LEW startet einen Praxistest im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts Scale und untersucht, wie das Elektroauto als Stromquelle dienen kann. Scale steht für Smart Charging Alignment Europe. Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) bringt mit weiteren Partnern erstmals Vehicle-to-Home-(V2H)-Technologien aus dem Labor in reale Haushalte im LVN-Netzgebiet. Ziel ist es zu demonstrieren, wie Elektrofahrzeuge, Photovoltaik-Anlagen und das Stromnetz intelligent miteinander agieren können – und wie sich heutige Smart-Charging- und V2H-Lösungen perspektivisch zu netzdienlichen Vehicle-to-Grid-(V2G)-Diensten weiterentwickeln lassen.

Im Mittelpunkt steht der Ansatz, durch bidirektionales Laden und intelligentes Energiemanagement den Eigenverbrauch in Einfamilienhäusern zu erhöhen und gleichzeitig neue Möglichkeiten der Teilnahme am Energiemarkt zu eröffnen.

Drei Haushalte testen Elektroauto als Stromquelle

Nach einer offenen Ausschreibung im September hat man drei Pilothaushalte im LVN-Netzgebiet ausgewählt. Alle verfügen über eine Photovoltaik-Anlage sowie ein ISO-15118-fähiges Elektroauto, das Energie bidirektional übertragen kann – eine zentrale Voraussetzung für den V2H-Einsatz.

In den vergangenen Wochen hat LVN die vollständige technische Infrastruktur für den Praxistest installiert. Dazu gehören:

  • Bidirektionale DC-Wallboxen des Herstellers Ambibox mit integriertem Energiemanagementsystem
  • Intelligentes Messequipment zur Erfassung aller Energieflüsse im Haushalt (PV, Wärmepumpe, Batteriespeicher, Wallbox)
  • Eine LVN-Steuerbox (neoflex-Box) als zentrale Steuerkomponente für einen sicheren und gesetzeskonformen Betrieb nach §14a EnWG

Das Herzstück des Praxistests ist die LVN-Steuerbox. Sie überwacht den lokalen Netzzustand in Echtzeit, arbeitet weitgehend autonom und verhindert zuverlässig Überlastsituationen. Gleichzeitig soll sie sicherstellen, dass die Haushalte möglichst viel Solarstrom direkt im Haus oder in der Fahrzeugbatterie speichern und nutzen.

Auch die Pilotfahrzeuge hat man integriert. Der Feldversuch startete planmäßig im November – und wird bis November 2026 fortgeführt. Während dieser Zeit will man die technische Performance, Energieflüsse und Systemstabilität kontinuierlich erfassen und auswerten.

Meilensteine der bisherigen V2H-Entwicklung im Projekt Scale

Bereits vor Beginn der Feldphase konnten wesentliche technische Grundlagen gelegt werden. Zu den zentralen Meilensteinen zählen:

  • Entwicklung einer robusten Systemarchitektur mit klar definierten Anforderungen
  • Vollständig validierte End-to-End-Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug, Wallbox und LVN-Steuerbox
  • Nachgewiesener, stabiler und §14a-konformer Betrieb im Realversuch
  • Offenes, standardisiertes und skalierbares Systemdesign (OCPP, EEBUS, ISO 15118-2 VAS)

Quelle: LEW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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