Zehn Prozent mehr Offshore-Windstrom aus der Ostsee

Offshore-Windpark bei bewegter See.Foto: hafenkieker / stock.adobe.com
Die Stromproduktion deutscher Offshore-Windparks in der Ostsee hat 2025 spürbar zugenommen. Dagegen sank das Auflkommen von Windstrom an Land im Netz von 50Hertz.

Die deutschen Offshore-Windparks auf der Ostsee haben im vergangenen Jahr rund 5.400 Gigawattstunden (GWh) Windstrom über die Netzanbindungssysteme von 50Hertz in das ostdeutsche Höchstspannungsnetz eingespeist. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr wie der Übertragungsnetzbetreiber mitteilte. Über das Jahr gerechnet deckten die derzeit sechs in Betrieb befindlichen Meereswindparks damit ungefähr den Stromverbrauch der Großstadt Leipzig und ihres Umlands ab.

Grund für den Zuwachs ist der stetige Ausbau der Windenergie vor der Küste Rügens. Seit dem vergangenen Jahr speist der Windpark Baltic Eagle (ca. 450 MW) über das Netzanbindungssystem Ostwind 2 vollständig seine Leistung ein. Bereits davor ging der Windpark Arcadis Ost 1 (ca. 250 MW) ans Netz. 2023 lag die Windausbeute noch bei 4.300 GWh, 2024 bei 4.900 GWh.

50Hertz: Windstrom an Land rückläufig

Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz: „Die Ostsee ist nicht nur ein traumhaftes Urlaubsrevier. Ihre Rolle für Versorgungssicherheit und Klimaschutz in Deutschland wird immer wichtiger. Und die positive Entwicklung geht weiter. In der zweiten Jahreshälfte 2026 ist die Inbetriebnahme des Windparks Windanker von Iberdrola vorgesehen, und 2028 soll der bisher größte Offshore-Windpark in der Ostsee ans Netz gehen – der von Skyborn Renewables projektierte Windpark Gennaker. Darüber hinaus wird 50Hertz in Kooperation mit dem dänischen Partner Energinet unter anderem durch das Gemeinschaftsprojekt Bornholm Energy Island auch den Zugang zu Windstrom außerhalb der deutschen Gewässer ermöglichen. Bornholm Energy Island wird der weltweit erste hybride Gleichstrom-Interkonnektor sein.“

Während die Winderzeugung auf See zugelegt hat, ist der Ertrag aus Windrädern an Land im Netzgebiet von 50Hertz im vergangenen Jahr um rund 2.000 GWh auf insgesamt 33.800 GWh zurückgegangen. Das liegt ausschließlich am Wetter, da auch an Land mehr Windräder in Betrieb gegangen sind. Die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen ist von Jahr zu Jahr deutlichen Schwankungen unterworfen. 2025 wehte vor allem an Land nur ein durchschnittlich laues Lüftchen, unter normalen Umständen wäre die Windausbeute aufgrund des Zubaus von Windkraftanlagen deutlich höher ausgefallen. 2023 war das stärkste Windjahr seit über 20 Jahren, 2024 lag im langjährigen Mittel.

Quelle: 50Hertz | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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