Trianel: rückwirkende Netzentgelte für Batteriespeicher “Spitze der Verunsicherung”

Drei Manager von Trianel an einem Messestand.Foto: Trianel
Machen sich für eine klare Regulatorik von Batteriespeichern stark: die Trianel-Manager Markus Hagel, Klaus Horstick und Lars Becker
Die Trianel setzt sich für regulatorische Klarheit bei Batteriespeichern ein. Derweil kommt die Planung für das 900 MW-Großprojekt in Waltrop voran.

Das Stadtwerke-Netzwerk Trianel hat die Diskussion der Bundesnetzagentur zur Einführung von rückwirkenden Netzentgelten für Batteriespeicher scharf kritisiert. Das treibe die regulatorische Verunsicherung derzeit auf die Spitze, erklärte der Verbund. So sollen Netzentgelte für Speicher erhoben werden, denen nach derzeitigem Gesetzeswortlaut eine 20-jährige Netzentgeltbefreiung zustünde. Unklare Marktrollen, Baukostenzuschüsse oder Eingriffe in die Vermarktung erschwerten Investitionen zusätzlich. Trianel plädiere daher für einen investitionssicheren Rahmen, der Batteriespeicher als eigenständige systemische Flexibilität anerkennt und Planungssicherheit schafft.

Denn der erfolgreiche Umbau des Energiesystems erfordere mehr als den Ausbau erneuerbarer Erzeugung. Ohne ausreichende Flexibilisierung steigen die Systemkosten, Netze geraten an ihre Grenzen und Marktmechanismen verlieren an Effizienz. Für Trianel seien Batteriespeicher als systemrelevante Flexibilitätsoption ein zentraler Baustein der Energiewende. „Batteriespeicher müssen regulatorisch als das behandelt werden, was sie sind”, sagte Markus Hagel, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation & Energiepolitik, Trianel GmbH. Sie sind weder Erzeuger noch Verbraucher, sondern ein zentraler Baustein für ein stabiles und effizientes Energiesystem.“

Die Solarthemen hatten kürzlich in einem S+-Beitrag für ihre Abonnentinnen und Abonnenten den Sachstand der Netzentgelt-Reform umfangreich analysiert.

Großspeicher Waltrop kommt 2028

Wie große Batteriespeicher in der Praxis umgesetzt werden können, will die Trianel mit dem Batteriepark Waltrop demonstrieren. Direkt neben dem Trianel Kraftwerksstandort Lünen entstehe auf Waltroper Gemeindegebiet ein Speicher mit insgesamt 900 Megawatt Leistung und 1.800 Megawattstunden Kapazität. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant. Netzanschluss, Flächensicherung und Investorenstruktur seien geklärt. Die Baugenehmigung werde im Februar 2026 erwartet, der finale Baubeschluss stehe bevor.

Im bisherigen Projektverlauf haben die Beteiligten bereits diverse Optimierungspotenziale identifizieren können, um die Projektkosten weiter zu senken. Die Wirtschaftlichkeit des Speicherprojekts basiere vollständig auf Markterlösen, da Batteriespeicher ohne EEG-Förderung auskommen müssen.

Den größten systemischen und wirtschaftlichen Nutzen entfalten Batteriespeicher im Verbund. Über das Virtuelle Kraftwerk von Trianel werden Speicher automatisiert gesteuert und an verschiedenen Märkten eingesetzt. Dazu zählen insbesondere der Intraday-Handel sowie die Regelenergie.

„Der Batteriepark Waltrop zeigt, dass Großspeicher heute technisch beherrschbar, finanzierbar und wirtschaftlich darstellbar sind”, sagt Klaus Horstick, Geschäftsführer Trianel Flexibilitätsprojekte GmbH & Co. KG. “Dass bislang nur wenige Investitionsentscheidungen für Batteriespeicher gefallen sind, liegt nicht an fehlenden Projekten oder mangelndem Interesse. Es liegt an unsicheren politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.“

Quelle: Trianel | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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