Sanierung von Abo Energy: Gläubiger stimmen Änderung der Anleihebedingungen zu

Im Bild eine Windenergieanlage in Hügellandschaft, die Änderung der Anleihebedingungen soll die Sanierung des Photovoltaik- und Windenergie-Projektierers Abo Energy ermöglichen.Foto: Abo Energy
Für 2025 erwartet Abo Energy einen massiven Verlust aufgrund von Projektverschiebungen und Sonderabschreibungen.
Die Gläubiger einer Abo-Energy-Anleihe haben zugestimmt, dass das Unternehmen die Bedingungen der Anliehe ändern kann. Damit unterstützen sie die Sanierung des in Schieflage geratenen Unternehmens.

Bei einer Versammlung am 9. März 2026 haben die Gläubiger der Abo-Energy-Anleihe 2024/2029 beschlossen, dass das Unternehmen die Anleihebedingungen ändern darf. Somit unterstützen sie den Sanierungskurs von Abo Energy. Im vergangenen Jahr machte der Projektierer von Windenergie und Photovoltaik erstmals in der Firmengeschichte Verluste.

Die Gläubiger von Abo Energy haben nun beschlossen, eine in den Anleihebedingungen enthaltene Negativverpflichtung bis zum 31. Dezember 2026 auszusetzen. Um Aval- oder Barmittelkreditlinien in Anspruch zu nehmen, darf die Gesellschaft damit Sicherheiten bestellen, sobald man den Beschluss umgesetzt hat. Das verbessert die Möglichkeit zur erfolgreichen Teilnahme von Abo Energy an Tarifausschreibungen. Denn dafür muss die Gesellschaft Bürgschaften stellen, für die wiederum Sicherheiten erforderlich sind.

Ebenso haben die Gläubiger beschlossen, auf etwaige Kündigungsrechte im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung zu verzichten. Dieser Kündigungsverzicht gilt auch rückwirkend für bereits durch Anleihegläubiger erklärte Kündigungen. Die Gefahr, dass einzelne Anleihegläubiger die laufendende Restrukturierung durch Kündigungen gefährden, ist damit ausgeräumt.

Zum gemeinsamen Vertreter haben die Gläubiger Rechtsanwalt Markus W. Kienle gewählt, der dem Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) angehört. Die Gläubigerversammlung hat den gemeinsamen Vertreter bevollmächtigt, eine Stillhaltevereinbarung abzuschließen. Zudem ist er  ermächtigt, Verhandlungen über den Abschluss der Verträge zur Implementierung des Sanierungskonzepts zu führen und dabei die Interessen der Anleihegläubiger zu vertreten.

An der Versammlung beteiligten sich Gläubiger mit rund 38,7 Millionen Euro. Das entspricht 48 % der ausstehenden Schuldverschreibungen. Damit war das notwendige Quorum von 25 % erfüllt. „Mit den Beschlüssen haben die Gläubiger der Anleihe das klare Signal gesandt, dass sie an die erfolgreiche Sanierung der Abo Energy glauben und diese unterstützen“, sagt Geschäftsführer Karsten Schlageter.

Quelle: Abo Energy | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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