Bidirektionales Laden: Volkswagen Nutzfahrzeuge und enercity testen V2G mit ID. Buzz-Flotte

Das Foto zeigt vier Personen in Anzügen in Blautönen stehend vor einem dunkelblauen VW Bulli ID. Buzz mit weißem Dach, daneben eine Ladesäule. Die rechte Person hält ein Ladekabel in der Hand. Im Hintergrund Gebäudefassaden.Foto: Philipp Sonnack / enercity AG
Von links: Christian Haferkamp, Chief Sales Officer bei enercity, Aurélie Alemany, Vorstandsvorsitzende der enercity AG, Stefan Mecha, Vorsitzender des Markenvorstands von Volkswagen Nutzfahrzeuge und Lars Krause, VWN‑Vorstand für Vertrieb und Marketing.
Volkswagen Nutzfahrzeuge und die enercity AG starten ein Pilotprojekt für bidirektionales Laden mit einer Flotte von 75 ID. Buzz. Ziel ist es, Elektrofahrzeuge erstmals unter realen Bedingungen in den Energiemarkt zu integrieren.

Bidirektionales Laden im Praxistest mit Firmenflotten

Das Projekt zum bidirektionalen Laden (BiDi) untersucht, wie sich Elektrofahrzeuge als flexible Speicher im Energiesystem einsetzen lassen. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Fahrzeug, Wallbox, Energiemanagementsystem und virtuellem Kraftwerk. Die Kooperationsvereinbarung wurde am 19. März 2026 unterzeichnet, bereits seit 2025 liefen Vorstudien. Ziel ist es, technische Machbarkeit, wirtschaftliche Potenziale und den Nutzen von Vehicle-to-Grid (V2G) im Betrieb mit Gewerbeflotten zu analysieren.

Flexibilität für das Energiesystem durch bidirektionales Laden

Beim bidirektionalen Laden fließt der Strom nicht nur in die Fahrzeugbatterie, sondern bei Bedarf auch zurück in das Netz. So können Elektrofahrzeuge zur Stabilisierung des Stromsystems beitragen. Aurélie Alemany, Vorstandsvorsitzende von enercity, sagt: „Die Energiewende braucht Flexibilität – und die können wir längst heben, wenn wir Mobilität und Energiesystem zusammen denken.“ Firmenflotten könnten gezielt dann Energie bereitstellen, wenn sie im Netz benötigt wird.

Auch Volkswagen Nutzfahrzeuge sieht darin einen zentralen Schritt: Die Batterie werde zum „flexiblen Speicher“ und mache Elektromobilität zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende.

Wirtschaftliche Potenziale für Gewerbekund:innen

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der wirtschaftlichen Nutzung der Fahrzeugbatterien. Durch die Vermarktung von Speicherkapazitäten können Unternehmen Energiekosten senken und zusätzliche Erlöse erzielen. enercity hat den technischen Proof of Concept bereits im Labor erbracht. Nun soll die Wirtschaftlichkeit im realen Betrieb nachgewiesen werden. Dabei werden verschiedene Erlösmodelle wie Arbitrage und Regelenergie kombiniert („Value Stacking“).

Im ersten Schritt konzentriert sich der Pilot auf Flotten mit planbaren Standzeiten wie über Nacht. Diese Voraussetzungen gelten als besonders geeignet für den wirtschaftlichen Einsatz von bidirektionalem Laden.

Vom Labor zur skalierbaren Anwendung

Das Projekt untersucht neben technischen Abläufen zudem die Integration in den Energiemarkt über ein virtuelles Kraftwerk. Ziel ist ein skalierbares Modell für den Einsatz im B2B-Bereich.

enercity zählt nach eigenen Angaben zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die solche Anwendungen bereits unter realitätsnahen Bedingungen testen können. Parallel entwickelt sich ein integriertes Angebot aus Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Energieprodukt.

Beitrag zur Energiewende und Netzstabilität

Bidirektionales Laden eröffnet neue Geschäftsmodelle und unterstützt gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien. Elektrofahrzeuge können Lastspitzen abfedern und das Stromnetz stabilisieren. Damit steigt die Bedeutung von E-Flotten über die reine Mobilität hinaus. Sie werden zu einem Baustein eines flexiblen Energiesystems – insbesondere im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien.

Energie in zwei Richtungen – Bidirektionales Laden verbindet Elektromobilität und Stromversorgung intelligent. Grafik: enercity AG

Zentrale Ergebnisse des Pilotprojekts zum bidirektionalen Laden

  • Beitrag zum Energiesystem: Die Einbindung der ID.-Buzz-Flotte und bidirektionaler Ladeinfrastruktur kann Netzstabilität unterstützen und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern.
  • Technischer Ansatz: Das Projekt verknüpft Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement in einem skalierbaren Modell.
  • Wirtschaftliche Effekte: Gewerbekund:innen können durch die Nutzung von Fahrzeugbatterien Energiekosten senken und zusätzliche Erlöse erzielen.

Quelle: enercity AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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