PV-Produktionsanlagen: Weltmarkt wächst bis 2035 auf bis zu 300 Milliarden Dollar

Das Bild zeigt eine Photovoltaik-Fertigungsstraße mit gelben Roboterarmen. Die Fertigungshalle ist clean, hell ausgeleuchtet mit Konstruktionstischen in grau, auf denen blauschimmernde PV-Module liegen.Foto: IM Imagery / stock.adobe.com
PV-Produktionsanlagen im Einsatz: Der Markt für Fertigungstechnik wächst weltweit stark.
Der Markt für PV-Produktionsanlagen steht vor einem massiven Wachstumsschub. Eine Studie von VDMA Services prognostiziert steigende Investitionen und zeigt zugleich strukturelle Schwächen Europas. Besonders gefragt sind neue Zelltechnologien und leistungsfähige Produktionsprozesse.

PV-Produktionsanlagen: Investitionen steigen deutlich

Der globale Markt für PV-Produktionsanlagen wächst in den kommenden Jahren stark. Laut der Studie „European Photovoltaics Machinery and Equipment Study“ steigen die jährlichen Investitionen (CAPEX) von 16,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 43,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2035.

Über zehn Jahre ergibt sich ein kumuliertes Marktvolumen von 250 bis 300 Milliarden US-Dollar. Die Analyse deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von Polysilizium über Wafer- und Zellfertigung bis zur Modulproduktion. Parallel dazu wächst auch der Photovoltaik-Markt deutlich. Bis 2035 soll sich die weltweit installierte Leistung um den Faktor 2,5 erhöhen und ein jährliches Installationsniveau von rund 1.650 GWp erreichen.

Europa bei PV-Produktionsanlagen technologisch führend

Europa verfügt weiterhin über starke Kompetenzen bei PV-Produktionsanlagen. Besonders bei Zuverlässigkeit, Prozessstabilität und Lebensdauer gelten europäische Anlagen als führend. Diese Stärken basieren auf jahrzehntelanger Forschung und Entwicklung sowie hoher ingenieurtechnischer Expertise. Auch bei neuen Technologien wie TOPCon-Zellen (Tunnel Oxide Passivated Contact) haben europäische Anbieter ihre Leistungsfähigkeit gezeigt. Allerdings erfolgt die industrielle Massenproduktion überwiegend außerhalb Europas. Vor allem China, Indien und die USA bauen ihre Fertigungskapazitäten aus – häufig unterstützt durch staatliche Förderprogramme.

Fehlender Heimatmarkt bremst europäische Anbieter

Ein zentrales Problem bleibt der fehlende Heimatmarkt für PV-Produktionsanlagen in Europa. Zwar gibt es zahlreiche Ankündigungen für große Solar-Fabriken, konkrete Investitionsentscheidungen sind jedoch selten. Zudem sehen internationale Fabrikbetreiber Nachteile bei europäischen Anbietern. Dazu zählen höhere Investitionskosten, längere Reaktionszeiten und ein begrenztes Angebot schlüsselfertiger Anlagen (Turnkey-Lösungen).

Europa verfüge zwar über hocheffiziente Produktionstechnologien, doch ohne industrielle Skalierung im eigenen Markt sei die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet, sagt Dr. Ralf Preu vom Fraunhofer ISE. Für die Wettbewerbsfähigkeit wird damit die industrielle Umsetzung entscheidend. Ohne eigene Großfabriken droht Europa, seine technologische Führungsrolle zu verlieren.

Neue Zelltechnologien treiben Nachfrage nach PV-Produktionsanlagen

Technologische Entwicklungen eröffnen zugleich neue Marktchancen. Künftig dominieren laut Studie Zelltechnologien wie Backcontact, Heterojunction (HJT) und Tandemzellen. Diese Technologien erfordern spezialisierte Produktionsanlagen und treiben die Nachfrage nach moderner Fertigungstechnik. In diesem Bereich sind Unternehmen aus Europa gut positioniert.

Europäische Hersteller hätten ihre Stärken bereits bei der TOPCon-Technologie gezeigt, sagt Dr. Radovan Kopecek von ISC Konstanz. Der Technologiewandel hin zu Backcontact-, HJT- und Tandemzellen eröffne zusätzliche Marktchancen. Entscheidend seien jedoch kurze Amortisationszeiten, integrierte Lösungen und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit.

Die Studie zeigt zudem deutliche Effizienzgewinne: In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Durchsatz von Produktionsanlagen teilweise versechsfacht. Hohe Qualität und Prozessstabilität bleiben zentrale Wettbewerbsvorteile europäischer Anbieter.

Untersucht wurden zentrale Schlüsseltechnologien entlang der Wertschöpfungskette, darunter Nanobeschichtung, Prozessautomatisierung sowie Anlagen für Kristallziehen, Zell- und Modulproduktion.

Wettbewerb und Industriepolitik als Schlüsselfaktoren

Trotz technologischer Stärken stehen europäische Hersteller unter Druck. Asiatische Wettbewerber profitieren häufig von niedrigeren Kosten und staatlicher Unterstützung. Die Studie sieht daher industriepolitischen Handlungsbedarf. Neben besseren Finanzierungsbedingungen seien gezielte Förderinstrumente für Produktionskapazitäten in Europa sowie in wichtigen Exportmärkten wie den USA und Indien erforderlich.

Gleichzeitig gewinnen Exportmärkte weiter an Bedeutung. Das jährliche Investitionsvolumen für PV-Produktionsanlagen könnte laut Studie bei über 40 Milliarden US-Dollar liegen. Auch steigt die Nachfrage nach integrierten Lösungen. Anbieter entwickeln zunehmend Komplettsysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um Effizienz, Integration und schnelle Umsetzung zu verbessern.

Die vollständige Studie ist unter diesem Link herunterzuladen.

Quelle: ­VDMA e.V. | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen