Grenzüberschreitende Fernwärme für Görlitz und Zgorzelec
Foto: Stadtwerke Görlitz / Nikolai Schmidt Nach sechs Jahren intensiver Planung ist in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec die Bauphase des grenzüberschreitenden Fernwärmeprojekts United Heat gestartet. Das Projekt soll die nachhaltige Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger beider Städte langfristig sicherstellen. Nun hat der Spatenstich auf dem Gelände der Görlitzer Kläranlage der Stadtwerke Görlitz (SWG AG), einem Unternehmen von Veolia, gemeinsam mit dem polnischen Wärmeversorger SEC Zgorzelec, eine Tochter von Eon, stattgefunden.
„United Heat zeigt eindrucksvoll, wie Kommunen bei der Wärmeversorgung über Ländergrenzen hinweg erfolgreich zusammenarbeiten können“, sagt Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. „Für eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung mitten in Europa unterstützen wir die Investitionen auf deutscher Seite mit 81,6 Millionen Euro.“
Projekt mit Vorbildcharakter für Europa
Bis 2030 stellen beide Städte ihre Wärmeerzeugung vollständig auf erneuerbare Energieträger um. Zum Einsatz kommen Solarthermie mit saisonaler Speicherung, Wärmerückgewinnung aus See- und Abwasser, Biomassekessel sowie Power-to-Heat-Anlagen. Diese Transformation ermöglicht eine jährliche CO₂-Einsparung von knapp 50.000 Tonnen. Durch die Verbindung der Fernwärmenetze – sowohl innerhalb von Görlitz als auch grenzüberschreitend mit Zgorzelec will man zusätzliche Haushalte an das klimafreundliche Fernwärmenetz anbinden und die Versorgungssicherheit auf beiden Seiten der Neiße deutlich erhöhen.
Mit dem Spatenstich beginnt der Bau von insgesamt zwölf Kilometern Verbindungsleitung, die zwei Städte, zwei Länder und zwei Fernwärmenetze zu einem gemeinsamen System zusammenführen. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt soll bis 2030 abgeschlossen sein. Rund 30 Fachkräfte aus mehreren Ländern arbeiten gemeinsam an der Umsetzung. „An unserem Standort in Zgorzelec errichten wir bereits ein Biomasseheizwerk“, sagt Jarosław Grzęda, stellvertretender Geschäftsführer von SEC Zgorzelec. „Darüber hinaus werden wir ein Solarheizwerk mit Wärmespeicher in Betrieb nehmen und die Fernwärmenetze beider Städte miteinander verbinden.“
Quelle: Veolia | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH