Stromverbrauch in Deutschland im 1. Quartal 2026: 53 Prozent erneuerbare Energien
Grafik: BDEW / ZSWDie erneuerbaren Energien haben im ersten Quartal 2026 rund 53 Prozent zum Stromverbrauch in Deutschland beigetragen. Das ist ein Plus von fast sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kommen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Gesamtjahr 2025 betrug der Ökostromanteil fast 56 Prozent. Auch in diesem Jahr wird er noch ansteigen, wenn die Photovoltaik in den kommenden Monaten kräftig zulegen wird.
Insgesamt lag die Bruttostromerzeugung in Deutschland im ersten Quartal 2026 bei 140,6 Terawattstunden (TWh). Das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dem stand ein Bruttoinlandsstromverbrauch von 137,6 TWh gegenüber. Das ist etwas mehr als im ersten Quartal 2025, als sich dieser auf 136 TWh summierte. Insgesamt erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis März 73,4 TWh Strom. Im ersten Quartal des Vorjahres betrug die Erzeugung aus erneuerbaren Energien 64,7 TWh.
Viel Windenergie im Stromverbrauch von Deutschland Anfang 2026
Der Anstieg gegenüber dem windschwachen Vorjahresquartal ist insbesondere auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+27,5 Prozent) und auf See (+44,4 Prozent) zurückzuführen. Wind an Land lieferte 34,4 TWh. 9,8 TWh steuerte Wind auf See bei. Zusammen deckte Windenergie 31,5 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 ab (siehe Abbildung). Im ersten Quartal 2024 deckte die Windenergie sogar 35 Prozent des Stromverbrauchs ab.
Die Stromerzeugung aus Photovoltaik lag dagegen rund fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Ursächlich hierfür waren ungünstige Witterungsbedingungen. Photovoltaik lieferte 13,5 TWh Strom. Die Stromproduktion aus Wasserkraft verringerte sich aufgrund geringer Niederschlagsmengen in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um rund 21 Prozent auf 3,3 TWh. Die Erzeugung aus Biomasse blieb mit einem Rückgang von 1,5 Prozent nahezu unverändert bei 11 TWh.
BDEW: Ausbau der erneuerbaren Energien verstärken
„Die Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen: Erneuerbare Energien sichern mehr als die Hälfte unserer Stromversorgung. Das ist gut für den Klimaschutz, doch mindestens genauso wichtig ist in der derzeitigen geopolitischen Lage, dass erneuerbare Energien die Versorgungssicherheit, Resilienz und strategische Souveränität Deutschlands stärken“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Jetzt komme es darauf an, den Ausbau der erneuerbaren Energien mit den Reformen bei Netzen und dem EEG konsequent zu verstärken.
„Nur eine auf erneuerbaren Energien basierende Energieversorgung schafft auch die notwendige Resilienz für die Industrie“, sag Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. „Deshalb müssen nicht nur auf Bundesebene die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine weitere Beschleunigung der Energiewende geschaffen, sondern auch gezielt die Hebel der EU wie der Net Zero Industry Act und der Industrial Accelerator Act genutzt werden.“
Ökostromanteil: Zwei Berechnungsmöglichkeiten
BDEW und ZSW weisen darauf hin, dass es zwei Berechnungsmöglichkeiten für den Ökostromanteil gibt. Den Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch zu bemessen, ist die gängige Berechnungsgrundlage. Eine andere Möglichkeit ist, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung zu messen. Diese umfasst die gesamte in Deutschland erzeugte Strommenge. Der Anteil erneuerbarer Energien im ersten Quartal 2026 auf Basis der Bruttostromerzeugung beträgt 52,2 Prozent.
Quelle: BDEW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH