Photovoltaik: Erstes Helioflex-Solarfaltdach in Österreich

Ein Helioflex-Solarfaltdach über einem Klärbecken in der Schweiz fährt gerade zusammen in den eingeklappten Modus.Foto: DHP Technology
Seilbahntechnik sorgt für das Ein- und Ausfahren des Solarfaltdaches.
Die geplante Solarfaltdach-Anlage beim Abwasserverband Grazerfeld in Wildon soll künftig zwei Belebungsbecken und drei Nachklärbecken einer Kläranlage überspannen. Es wird die erste Helioflex-Anlage in Österreich sein.

Am 23. April 2026 begann der Bau der ersten Photovoltaik-Anlage in Österreich, die auf der Solarfaltdach-Technologie Helioflex beruht. Der Abwasserverband Grazerfeld in Wildon in der Steiermark installiert die Solaranlage bestehenden Klärbecken. Das Projekt hat die DHP Technology AG aus der Schweiz entwickelt. Die Solarfaltdach-Anlage überspannt künftig zwei Belebungsbecken sowie drei Nachklärbecken und nutzt damit ausschließlich bestehende Infrastruktur. Insgesamt will man eine Fläche von rund 12 000 Quadratmetern überdachen.

Für den österreichischen Markt stellt das Projekt einen technologischen Ersteinsatz dar. Es zeigt, wie sich die Solarfaltdach-Technologie auch unter den spezifischen regulatorischen, betrieblichen und klimatischen Rahmenbedingungen Österreichs umsetzen lässt.

Helioflex-Solarfaltdach erweitert bestehendes Energiekonzept der Kläranlage

Der Abwasserverband Grazerfeld verfolgt seit Jahren eine klare Strategie zur Reduktion des externen Energiebezugs. Bereits heute nutzt das Unternehmen Klärgas für einen erheblichen Teil seines Strombedarfs. Die neue Photovoltaik-Anlage verfügt über eine installierte Leistung von rund 1,85 MW und ist darauf ausgelegt, den erzeugten Strom direkt im Anlagenbetrieb zu nutzen. Das Projekt ist damit eine Weiterentwicklung der energetischen Eigenversorgung der Kläranlage.

Charakteristisch für das Projekt ist die konsequente Nutzung vorhandener Flächen. Die Installation der faltbaren Solarmodul-Stränge erfolgt vollständig über bestehenden Becken, wodurch weder zusätzliche Flächen versiegelt noch betriebliche Abläufe eingeschränkt werden. Gerade bei Kläranlagen, bei denen Flächenreserven begrenzt und bauliche Eingriffe sensibel sind, bietet dieser Ansatz laut Entwickler Vorteile. Alle relevanten Zugänge für Wartung und Unterhalt bleiben erhalten.

Als kritische Infrastruktur stellt eine Kläranlage hohe Anforderungen an Betriebssicherheit und Verfügbarkeit. Das Solarfaltdach ist deshalb mit einem integrierten, automatisierten Schutzsystem ausgestattet. Sensoren überwachen kontinuierlich Wetter- und Systemparameter wie Wind, Niederschlag und Temperatur. Bei Extremwetterereignissen fahren die PV‑Module automatisch in eine geschützte Position ein. So schützt man die Photovoltaik-Anlage zuverlässig vor Sturm, Hagel oder Schneelasten, ohne den regulären Betrieb der Kläranlage zu beeinträchtigen.

In Deutschland ist kürzlich auf dem Klärwerk Düsseldorf‑Süd das größte Helioflex‑Solarfaltdach Deutschlands in Betrieb gegangen. Die PV-Anlage besteht aus 2.640 Solarmodulen, die insgesamt eine Leistung von 1,37 MW erbringen. Die faltbare Solaranlage überspannt rund 8.880 m² über den Regenüberlaufbecken und lässt sich bei Bedarf in rund 60 Sekunden ein‑ oder ausfahren.

Quelle: DHP Technology | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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